Messe Frankfurt

Frankfurt: Messe steigert Überschuss

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Die Messe Frankfurt wird dieses Jahr einen Rekordgewinn erzielen. Sie rechnet mit einem Wachstum im Auslandsgeschäft, will aber auch weiter in das Messegelände investieren.

Die Messe Frankfurt wächst trotz weltweiter Unsicherheiten weiter. Das Unternehmen wird einer Prognose zufolge, die Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Dienstag vorstellte, im laufenden Jahr einen Rekordumsatz von mindestens 733 Millionen Euro und einen Rekordüberschuss von 54 Millionen Euro erzielen. Positiv zu Buche schlug, dass die Messe ein Grundstück verkaufte und Rückstellungen auflösen konnte.

Auch ohne diese Einmaleffekte hätte man aber die Planzahlen übertroffen, sagte Marzin. Die Messe baue ihren weltweiten Marktanteil – auch mit Akquisitionen – kontinuierlich aus. Etwa 40 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen mit 2642 Beschäftigten im Ausland.

Die Veranstaltungen
422 Messen und Ausstellungenmit zusammen 98 829 Ausstellern veranstaltet die Messe Frankfurt im laufenden Jahr weltweit. Beide Zahlen liegen unter denen des Vorjahres. Der Rückgang bei den Veranstaltungen hat in erster Linie mit einem rückläufigen Geschäft im Bereich Kongresse, Konferenzen, Events zu tun.

Fast fünf Millionen Besucherkamen der Prognose nach zu den Messen und anderen Veranstaltungen im laufenden Jahr. Das wären 200 000 mehr als im vergangenen Jahr. 

Die zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt, zu 40 Prozent dem Land gehörende Gesellschaft will weiter kräftig in das Frankfurter Messegelände investieren. Messehalle 5 wird abgerissen und bis Mitte 2023 durch einen Neubau ersetzt. Das Congress Center wird bis April kommenden Jahres ertüchtigt. An der Europaallee sollen in gemeinsamer Projektentwicklung mit der Bremer Gustav-Zech-Stiftung bis 2024 ein 33-geschossiges Hotel- und Bürohochhaus und ein neuer Messeeingang entstehen.

Auch für das kommende Jahr rechnet die Unternehmensführung mit „gewohnt positiven“ Kennzahlen. Das allerdings unter der Voraussetzung, dass sich die Risiken für die weltweite Konjunktur nicht weiter verschärfen. Geschäftsführer Detlef Braun wies etwa auf die zunehmenden Probleme des Handels hin. Als Folge kämen weniger Facheinkäufer auf die Messen. Diese blieben trotzdem „en vogue“, betonte er. Gerade in einem Umfeld von Volatilität, Unsicherheit und starken Veränderungen sei der persönliche Kontakt wichtiger denn je. Die Messe habe aber auch ein Online-Portal namens Nextrade etabliert. Das digitale Order- und Datenmanagement für Lieferanten und Händler ist seit Oktober im Livebetrieb, soll von der Messe Ambiente an europaweit vermarktet werden.

Mehrere Messe-Marken feiern kommendes Jahr Jubiläum. Die Heimtextil wird 50, die Musikmesse 40, Light and Building, eine Messe für Licht- und Gebäudetechnik, ist nunmehr seit 20 Jahren in Frankfurt. Am Wochenende vor der Messe wird die zehnte Luminale nach Schätzungen der Messegesellschaft wieder mehr als 250 000 Besucher anlocken.

Die Messe wird auch erneut Gastgeber für große Kongresse und Tagungen sein. Für den europäischen Jahreskongress der Hämatologen rechnet das Unternehmen mit mehr als 12 000, für einen Kongress von Rheumatologen gar mit 15 000 Teilnehmern.

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