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Menschenkette mit Mindestabstand – „Omas gegen rechts“ demonstrieren in Frankfurt

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Von: Stefan Behr

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Mit Anstand und Abstand gegen Rassismus. michael schick
Mit Anstand und Abstand gegen Rassismus. © Michael Schick

Die Initiative „Omas gegen rechts“ protestiert vor der Paulskirche für Demokratie. Auch ein paar Opas sind dabei.

Frankfurt – Eine Seuche geht um in Europa. Aber das Populismusvirus hat seine Rechnung ohne die „Omas gegen rechts“ gemacht. Am Samstagmittag versammeln sich mehrere Dutzend wackere Gevatterinnen – auch eine Handvoll Opas sind dabei – vor der Paulskirche, um mit einer Menschenkette für die Demokratie im Allgemeinen und gegen die AfD im Besonderen zu demonstrieren. Es reicht nicht ganz dafür, die Paulskirche zu umkreisen, aber zumindest erlebt ein jeder, der sich ihr von rechts nähern will, an diesem Mittag sein No Pasarán.

Was die Großmütter noch wissen: In der Nacht auf den 28. Februar 1933 brannte der Reichstag in Berlin, kurz darauf brannte die ganze Welt. Und sie ahnen, dass sie im Falle einer Machtübernahme durch die AfD in eine höhere Risikogruppe aufstiegen, als ihnen lieb sein kann. Aber Omas wissen sich zu schützen. Die Demonstrierenden vor der Paulskirche etwa wahren vertikal vorbildliche körperliche Distanz, während in der Horizontalen je ein Transparent, das von Hand zu Hand geht, für Abstand sorgt. Dabei gehören die Teilnehmenden nicht unbedingt alle zur höchsten virologischen Risikogruppe: einige Omas sind erfrischend jung oder es zumindest geblieben.

„Omas gegen rechts“ demonstrieren in Frankfurt

Von überall sind sie gekommen: von der wilden Wetterau, aus dem fernen Fulda, aber auch ein paar Tollkühne von der Lahn sind da. Ihr Transparent „omas gegen rechts giessen“ könnte von der Polizei auch als Provokation missverstanden werden. Aber die hat an diesem Samstag ohnehin weder einen Wasserwerfer dabei noch irgendeinen Grund zum Einschreiten, denn das Demonstrationsverhalten der Omas ist kaffeekuchenmanierlich. In einigen Redebeiträgen werden Gespenster der Vergangenheit beschworen und solche der Gegenwart verscheucht. Und auf Flyern die Weisheit des Alters geteilt: „Wir Omas bringen Erfahrung, Geduld und Humor mit sowie die Erkenntnis, dass es keine einfachen Lösungen zu komplexen Themen gibt.“ (Stefan Behr)

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