Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der neue „Naturschutz-Euro“ soll auch den Artgenossen von Sumatra-Tiger Vanni helfen.
+
Der neue „Naturschutz-Euro“ soll auch den Artgenossen von Sumatra-Tiger Vanni helfen.

Zoo Frankfurt

Mensch, haste mal’n Euro?

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
    schließen

Der Zoo führt den „Naturschutz-Euro ein“ – wenn man wieder rein darf. Der Preisaufschlag ist freiwillig, kann aber jede Menge Gutes bewirken, sogar ganz weit in der Ferne.

Gehaltserhöhung für hessische Bienen, chilenische Pinguine, peruanische Brillenbären, indonesische Tiger, für alle Tiere und Pflanzen in der Serengeti wie im Wispertaunus: Der Frankfurter Zoo führt den sogenannten Naturschutz-Euro ein – das Geld soll komplett in sechs Projekte mit weltweiter Wirkung fließen.

Am 1. März geht’s los, kündigt Ina Hartwig (SPD) an, die für den Zoo zuständige Kultur- und Wissenschaftsdezernentin. Dann steigt der Standardpreis für eine Tageskarte von zwölf auf 13 Euro. Beim Ticketkauf im Internet gibt es Varianten mit oder ohne Naturschutz-Euro. Hartwig: „Er ist explizit freiwillig. Wer den Naturschutz-Euro nicht bezahlen will oder kann, sagt das an der Kasse und ist weiterhin genauso willkommen im Zoo.“ Wenn man endlich wieder hineindarf.

Hartwig betont aber, es lohne sich, den Bonus draufzulegen. „Das Motto lautet: Mach deinen Zoobesuch wertvoller“ – so steht es auf den Plakaten der Werbekampagne, die im Frühjahr anlaufen soll. Zoo-Tiger Vanni wirbt dann mit seinem Foto. Zoodirektor Miguel Casares erklärt den Hintergrund: Jeden Tag stürben mehr als 100 Tier- und Pflanzenarten aus. „Der Fokus im Zoo hat sich deshalb stark in Richtung Naturschutz verschoben.“ Auf der Insel Sumatra etwa „steht die gesamte Flora und Fauna auf der Kippe“, weil so viel Wald für die Palmölproduktion gerodet wird. Sumatra mit seinen Orang-Utans und Tigern ist daher eines der sechs Projektgebiete des Zoos.

Penunze für Pinguine

Außerdem stehen die Serengeti in Ostafrika und der Manú-Nationalpark in Peru auf der Liste, zwei Hauptthemen der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Geld aus dem Zusatz-Euro geht auch an die Wildnisförderung im Naturwald des Wispertaunus, ebenfalls ein ZGF-Schwerpunkt, und an den Verein Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins.

Werner Knauf freut sich: „Ein Ritterschlag für unsere Arbeit, der Euro gibt uns eine neue Grundlage.“ Etwa für pädagogische Projekte im chilenischen Hauptbrutgebiet der Pinguine, die eine starke Truppe im Frankfurter Zoo stellen. Begeistert sind auch die Karbener Bienenbotschafter, ebenfalls ein Projektpartner. „Wir schaffen Nistplätze für Wildbienen“, sagt Antonio Gurliaccio. „Bienen leben seit Millionen Jahren in Wäldern – der Zoo ist die Plattform, auf der wir das schon Kindern erklären können.“

Ein Vorreiter des Naturschutz-Euros ist Jörg Junhold, Leipziger Zoodirektor und Präsident des Verbands Zoologischer Gärten. In Leipzig gibt es den Naturschutz-Euro seit 2017; dort zahlten 60 bis 70 Prozent der Besucherinnen und Besucher den Aufschlag, das mache 700 000 Euro im Jahr, sagt Junhold. „Damit können wir die Welt noch besser machen.“

ZGF-Geschäftsführer Christof Schenck appelliert: „Wir tragen alle Verantwortung für den Artenschutz. Mit diesem einen Euro können wir so viel Gutes tun – eine grandiose Gemeinschaftsleistung!“ Leipzig habe die Latte hochgelegt, sagt Schenck. „Aber das können wir hier in Frankfurt auch schaffen.“ Die riesengroße Spendenbereitschaft für den Zoo während der Pandemie spricht jedenfalls dafür.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare