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Studieren in Frankfurt: Das sagen Studierende

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Von: George Grodensky

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Frankfurts Hochschulen wachsen. Doch was sagen Studierende über ihr Studium und die Stadt?

Daniel Antonietty, 23, Biophysik

Daniel Antonietty, 23, Biophysik:
Daniel Antonietty. © George Grodensky

Ich bin in Frankfurt aufgewachsen. Meinen Studiengang gibt es nur an drei Orten in Deutschland, deswegen bin ich hiergeblieben. Es ist schwer, eine Wohnung zu finden, ich lebe noch bei meinen Eltern. Wir suchen zwar, aber auch als WG kommt man nicht unter 600 Euro pro Person. Zumindest, wenn man zentral wohnen möchte. Da kommen ja noch die Nebenkosten drauf.

Kalbach wäre vielleicht günstiger, aber selbst da ziehen die Preise an, wegen der Nähe zum Riedberg. Der Campus hier am Riedberg gefällt mir eigentlich gut, er ist aber nicht so belebt. Anders als der Campus Westend. Da ist auch ein gewachsenes Wohngebiet, da leben viele Menschen, und der Grüneburgpark ist Ausflugsziel.

Das ist auf dem Riedberg schwieriger, als neue Siedlung gibt es dort nicht so viele Angebote. Dabei wäre es schön, eine Kneipe auf dem Campus zu haben. Die Ausstattung dort ist ansonsten gut. Bis auf das Chemiegebäude, aber das wird ja neu gebaut. Was wiederum andere Probleme mit sich bringt. Zwei Parkplätze sind deswegen gesperrt.

Vor dem Studium war ich ein Jahr im Ausland, unter anderem in Spanien. Da gefällt es mir ein bisschen besser als in Deutschland. Das Leben ist anders und günstiger, die Menschen sind offener, wärmer. Aber es gibt nicht so viele Jobs.

Nele Schäfer, 19 Jahre, Linguistik

Nele Schäfer, 19 Jahre, Linguistik:
Nele Schäfer. © George Grodensky

Ich freue mich auf die Einführungswoche, das ist mein erstes Semester. Ich habe ganz viel Info erhalten, über Mails und Plattformen, aber das ist so viel auf einmal. Anmeldungen für Prüfungen und Module, das erklärt uns sicher noch jemand in der Einführungswoche.

Ich wohne noch bei meinen Eltern, in Gelnhausen. Ich gehe zwar nebenbei arbeiten, und meine Eltern unterstützen mich finanziell. Aber solange das geht mit der Fahrt nach Frankfurt, möchte ich nicht umziehen. Dabei ist die Stadt auf jeden Fall besser als ihr Ruf. Es kommt ein bisschen auf die Ecke an, aber der Campus ist sehr schön, die Zeil gefällt mir, die Freßgass. Jetzt war ich auf dem alten Campus in Bockenheim, da sieht man schon einen Unterschied. Also, heruntergekommen finde ich ihn nicht, da habe ich schon Schlimmeres gesehen.

Was mich stört, ist, dass Frankfurt unübersichtlich ist. Ich war gerade zu Besuch in Paris, da habe ich alles gut gefunden. Da war alles gut ausgeschildert. Aber kaum bin ich in Frankfurt, habe ich mich verirrt. Zeil und Hauptbahnhof gehen ja noch. Aber die Uni ist schlecht ausgeschildert. Ich bin auch schon mit der U-Bahn in die falsche Richtung gefahren.

Mayo Matsuda, 20 Jahre, Japanologie und Soziologie

Mayo Matsuda, 20 Jahre, Japanologie und Soziologie:
Mayo Matsuda. © George Grodensky

Ich fange nächste Woche erst an zu studieren. Heute habe ich meine Karte validieren lassen. Ich will mich auch erst einmal entspannt umsehen, bin zum ersten Mal hier. Ich wohne relativ weit weg, bei Wächtersbach. Da muss ich lange fahren, das bereitet mir Sorgen. Erst mit dem Bus, dann mit der Bahn, dann vom Hauptbahnhof aus nochmal mit der S-Bahn oder der U-Bahn. Da bin ich rund zwei Stunden unterwegs.

Nächstes Semester ziehe ich vielleicht nach Frankfurt, wenn ich ein bezahlbares Zimmer finde. Ich habe schon mal angefangen zu suchen, am liebsten möchte ich in ein Studierendenwohnheim ziehen. Jetzt muss ich aber erst einmal Bafög beantragen, sonst kann ich mir kein Zimmer leisten. Ich möchte nebenbei ja auch noch andere Dinge tun als nur zu arbeiten und zu lernen. Ich will ja auch leben. Da bleibe ich auf dem Land.

Geschockt bin ich nicht von der Großstadt, ich war vorher schon in Frankfurt, in der City, klar, der Hauptbahnhof ist nicht so schön, aber es gibt andere Seiten. Ein bisschen sauberer könnte die Stadt gerne sein. Ich bin auch gespannt, wie ich mich abends fühlen werde, wenn es dunkel ist und ich alleine nach Hause gehe.

Fritz Kaspar, 22 Jahre, Jura

Fritz Kaspar, 22 Jahre, Jura:
Fritz Kaspar. © George Grodensky

Ich bereite mich gerade auf mein Examen vor, da sitze ich fast jeden Tag in der Bibliothek und lerne. Ich bin froh, dass sie noch nicht geschlossen hat, wegen der Energiekrise, und hoffe, dass das auch so bleibt. Der Campus ist ein Glücksfall, ich war sofort begeistert, wie ich nach Frankfurt gekommen bin und den gesehen habe.

Das Essensangebot ist gut. Da muss ich mich nicht selbst ums Mittagessen kümmern. Obwohl die Mensa auch wieder teurer geworden ist. Der Campus ist wirklich toll und großzügig, was aber fehlt, sind Räume, in denen man sich selbstverwaltet treffen kann. Ohne dass das Studierendenwerk gleich um 18 Uhr zuschließt. Auch die Mensa-Pizzeria-Cocktailbar im Mensaanbau macht schon um 21 Uhr zu. Abends ist hier tote Hose.

Dafür wohne ich zentral, an der Taunusstraße im Bahnhofsviertel. Da ist immer etwas los, das gefällt mir. Das ist auch ein spannender Kontrast. Tagsüber hier auf dem schönen Campus, abends dann das Bahnhofsviertel, das sind schon Welten dazwischen. Ich musste lange suchen, bis ich die WG gefunden hab. Das ist schon hart in Frankfurt mit den Mieten, unter 500 Euro ist nichts zu finden. Da muss ich auch zweimal überlegen, ob ich teuer ausgehe.

An der Bar am Kiosk kostet das Hansa nur einen Euro. Ich habe mich bewusst entschieden, fürs Studium nach Frankfurt zu ziehen. Ich komme aus einem Ort bei Lörrach, ich wollte in die Großstadt, nicht in eine typische Studentenstadt, wie Freiburg, Heidelberg, Marburg. Frankfurt ist eine pulsierende, diverse Großstadt, es gibt studentisches Leben, aber auch andere Möglichkeiten. Mit all ihren Kanzleien und Banken ist es sowieso ein Mekka für Juristen, ich interessiere mich aber mehr für Rechtsgeschichte, da schaue ich eher aufs Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte.

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