Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) kann sich die Europäische Schule auf den Mainwasen vorstellen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nicht.
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Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) kann sich die Europäische Schule auf den Mainwasen vorstellen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nicht.

Planungspolitik

Frankfurt: Mehrheit für Europäische Schule auf den Mainwasen

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Grünen schließen sich dem Frankfurter Liegenschaftsdezernenten Jan Schneider an. Sie stellen aber Bedingungen.

Im Streit über die Erweiterung der Europäischen Schule deutet sich eine Mehrheit für einen Standort auf den Mainwasen an. Außer Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (siehe Interview) favorisieren auch die Grünen im Römer das Areal südlich des Mains.

Die beiden anderen diskutierten Standorte seien nicht geeignet, teilten die Grünen am Dienstag mit. Eine Erweiterung der Europäischen Schule am bisherigen Standort in Niederursel ginge zulasten der benachbarten Ernst-Reuter-Schule. Für die Grünen sei es „unabdingbar, dass die Ernst-Reuter-Schule mit ihrem einzigartigen inklusiven Konzept bestehen und wachsen könne“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Birgit Ross. Ungeeignet sei auch das Gelände am Kaiserlei – unabhängig von den laufenden Verhandlungen über eine Multifunktionsarena. Bei der Fläche handele es sich um ein Gewerbegebiet.

Ihre Zustimmung für die Ansiedlung der Schule auf den Mainwasen knüpfen die Grünen an Bedingungen. Die Gerbermühlstraße soll an einer Stelle um einige Meter verlegt und in gerader Linie bis zur Osthafenbrücke führen. Die Fläche zwischen Straße und Main soll begrünt werden. Dafür könnten die Sportplätze südlich der Straße überbaut werden. Für die Vereine ließen sich neue Anlagen an der Offenbacher Landstraße finden. Für die Ansiedlung der Schule auf den Mainwasen spricht sich auch die BFF-Fraktion im Römer aus. Sie will auf dem Gelände der Vereine zusätzlich noch mehr als 1000 Wohnungen schaffen.

Insbesondere die SPD lehnt einen Eingriff in die Mainwasen ab. Widerstand kommt vor allem von Planungsdezernent Mike Josef. Zuletzt hatten die Sozialdemokraten immer wieder das Kaiserlei-Areal als Standort für eine Multifunktionsarena infrage gestellt. Die Halle könnte stattdessen am Flughafen gebaut werden. Nach diesen Plänen gäbe es am Kaiserlei Platz für die Schule.

Auch die FDP ist gegen die Mainwasen-Bebauung. „Wir dürfen unsere Sportplätze nicht einfach verbauen“, sagte der sportpolitische Sprecher Michael Bross. Derweil kritisierte die Linke den Liegenschaftsdezernenten, der es nicht schaffe, einen Standort für die Schule zu finden. „Jan Schneider wird zum Problem für diese Koalition, die sichtlich in Auflösung ist“, sagte der finanzpolitische Sprecher Michael Müller.

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