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Frankfurt: Mehr Zwischennutzungen als Wohnraum als Ziel

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Von: Christoph Manus

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Die Stadt Frankfurt will anders mit zeitweise leerstehenden Gebäuden umgehen. Das kündigt Baudezernentin Sylvia Weber an. Anlass ist die Lösung für das besetzte Haus im Gallus

In die Günderrodestraße 5 im Gallus könnten demnächst Wohnsitzlose einziehen.
In die Günderrodestraße 5 im Frankfurter Gallus können bald Wohnsitzlose einziehen. Ein Modell für andere leerstehende Gebäude in Frankfurt? © Renate Hoyer

Die Frankfurter Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) kündigt einen anderen Umgang der Stadt mit vorübergehend leerstehenden Gebäuden an. Damit reagiert sie auf die nach Gesprächen mit dem Kollektiv „Freiräume statt Glaspaläste“ gefundene Lösung für das besetzte Haus im Gallus, das nun mit Duldung der „FAZ“, der das Haus gehört, bis Ende April von Wohnungslosen genutzt werden darf. „Wir haben durch die Gespräche gelernt, dass wir in Frankfurt zukünftig sensibler mit Zwischennutzungen umgehen müssen“, sagt Weber. Diese seien auch dann „hilfreich, wenn wir den Wohnraum nur für kurze Zeit zur Verfügung stellen können“. Wie Planungsdezernent Mike Josef (SPD) mitteilt, soll nun mit der mehrheitlich städtischen Gesellschaft KEG ein grundlegendes Konzept für solche Zwischennutzungen erstellt werden.

Ein rasches Umdenken fordert die Linke im Römer. Sie schlägt etwa vor, das leerstehende Haus an der Stiftstraße 32 oder den Paradieshof der Gruppe „Project Shelter“ zur Verfügung zu stellen. Die Stadt lasse Gebäude vergammeln, während Menschen auf der Straße oder in Notunterkünften schliefen, kritisiert die Fraktion.

Planungsdezernent Josef lobt „Zukunft Bockenheim“ für Einsatz für wohnungslose Menschen

Nach der am Dienstagabend vereinbarten Lösung bleibt die KEG bis Ende April Mieterin des Hauses Günderrodestraße 5, das viele Jahre lang als Wohnraum für Bedürftige diente und nun im Zuge des Neubauprojekts „Hellerhöfe“ einer Grundschule weichen soll. Die KEG erlaubt es der Initiative „Zukunft Bockenheim“, das Haus zu nutzen. Diese wird dabei mit dem Kollektiv und „Project Shelter“ zusammenarbeiten.

Josef lobte am Donnerstag sehr, dass „Zukunft Bockenheim“ als Vermittlerin für das Kollektiv fungiert. Die Unterstützung „sei einfach vorbildlich, hier geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um konkrete Hilfe für Menschen“. Für die stadtpolitische Initiative sagte Anette Mönich, Leerstand sei gerade in Zeiten von Wohnungsnot untragbar. Dieser müsse mit allen Mitteln vermieden werden.

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