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Frankfurt: Mehr Wohnraum für Studierende geplant

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Von: Christoph Manus

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Viele Studierende der Frankfurter Goethe-Uni sind auf der Suche nach einer günstigen Bleibe. Doch die sind sehr rar in Frankfurt.
Viele Studierende der Frankfurter Goethe-Uni sind auf der Suche nach einer günstigen Bleibe. Doch die sind sehr rar in Frankfurt. © Renate Hoyer

In Frankfurt gibt es mal wieder einen Anlauf, um die miserable Situation für Studierende auf Wohnungssuche zu verbessern. Die Koalition setzt dabei unter anderem auf die ABG.

Die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt will die Situation für Studierende und Auszubildende, die im Stadtgebiet eine günstige Unterkunft suchen, verbessern. Sie setzt sich zum Ziel, dass es für wenigstens zehn Prozent dieser Gruppe in Frankfurt einen geförderten Wohnheimplatz gibt.

Die Versorgungsquote liegt nach Zahlen des Studentenwerks Frankfurt mit etwa acht Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt. Daran haben auch frühere Ankündigungen von Stadt und Land wenig geändert. Hinzu kommt, dass private Wohnheime, die sich an Studierende richten, aber auch WG-Zimmer in der Regel sehr teuer sind.

ABG Frankfurt soll bei neuen Projekten mindestens fünf Prozent Wohnraum für Studierende bauen

Ihr Ziel will die Koalition mit mehreren Vorhaben erreichen, die sie den Stadtverordneten zum Beschluss vorlegt. Einen größeren Beitrag zur Minderung des Problems erhofft sie sich von der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding. Diese soll bei neuen Bauprojekten mindestens fünf Prozent der Wohnungen für Studierende, Auszubildende und andere Personen mit dringendem Wohnungsbedarf zur Verfügung stellen. Die Miete soll nicht über der Bafög-Wohnpauschale von 325 Euro im Monat liegen, in Ausnahmefällen höchstens sieben Prozent über diesem Betrag.

Eine entsprechende Vereinbarung mit der ABG soll der Magistrat schnellstmöglich treffen. Er soll zudem auch auf die mehrheitlich landeseigene Nassauische Heimstätte und andere Wohnungsgesellschaften in diesem Sinne einwirken.

Neues Frankfurter Wohnheim für Studierende könnte am Botanischen Garten entstehen

Die Koalition schlägt auch ein konkretes Projekt zur Minderung des Wohnungsmangels vor: Die Stadt soll auf eigenen Flächen an der Siesmayerstraße am Botanischen Garten – möglichst gemeinsam mit dem Studierendenwerk – ein Wohnheim für Studierende ermöglichen. Dort und in anderen neuen Gebäuden für diese Zielgruppe sollen, zumindest sofern ein Aufzug vorgesehen ist, zehn Prozent der entstehenden Wohnungen barrierefrei und rollstuhlgerecht sein.

Bei der Verbesserung der Situation sieht die Koalition auch das Land stark in der Pflicht. Sie will, dass der Magistrat und das Stadtparlament das Land „mit Nachdruck“ auffordern, 60 Millionen Euro aus dem Verkauf des alten Polizeipräsidiums, die für Projekte in Frankfurt bestimmt waren, zeitnah in der Stadt zu investieren, Vorrang habe der Kauf von Flächen für studentisches Wohnen. Die Investitionsvorschläge soll das Land dem Stadtparlament vorlegen.

Um die sehr schwierige Suche nach Flächen für studentischen Wohnraum soll es auch an einem runden Tisch gehen, den die Stadt nach dem Willen der Koalition einberufen wird. Diesem sollen etwa das Land, die Unis und Hochschulen, die Studierendenvertretungen sowie Wohnungsgesellschaften, DGB, IHK und Kirchen angehören. Er soll alle sechs Monate tagen.

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