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Auf der Zeil ist sehr wenig los im Lockdown. Doch was wird nach Corona aus der Frankfurter Innenstadt? Der Städtebaubeirat hat viele Vorschläge. Foto: Monika Müller
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Auf der Zeil ist sehr wenig los im Lockdown. Doch was wird nach Corona aus der Frankfurter Innenstadt? Der Städtebaubeirat hat viele Vorschläge.

Frankfurter Innenstadt

Frankfurt nach Corona – Was geplant ist

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Der Städtebaubeirat der Stadt Frankfurt gibt Empfehlungen für die Frankfurter Innenstadt nach Corona. Er sieht die Chance für mehr Mischung und mehr Grün.

  • Vorschläge des Städtebaubeirats könnten die Frankfurter Innenstadt verändern und ins „Post-Corona-Zeitalter“ führen.
  • Die Bauprojekte wollen Wohnen, Einkaufen, Freizeit und Arbeit mit einander verbinden.
  • Perspektivisch sollen auch die Bürger selbst in die Planung involviert werden.

Frankfurt – Der Städtebaubeirat der Stadt Frankfurt wirbt dafür, die Corona-Krise auch als Chance zu begreifen, die Frankfurter Innenstadt neu zu interpretieren und weiterzuentwickeln. Das Gremium, das die Stadt ehrenamtlich berät, hält es dabei für besonders wichtig, die große funktionale Mischung, die die City noch immer biete, zu erhalten und weiter zu erhöhen. In einem Positionspapier zur Post-Corona-Stadt schlägt der Städtebaubeirat vor, einen möglichst breiten Funktionsmix aus Handel, Gastronomie, Wohnen, Kultur, Bildung und Büros entlang der Zeil zu ermöglichen, die bisher noch fast eine reine Einkaufsstraße ist.

Leerstehende Gebäude könnten so umgebaut werden, dass sie Raum für Freizeit, Bildung, Kultur und Kommunikation oder auch neue Arbeitsformen schafften, heißt es in dem Konzept. Die Stadt sollte nach Vorstellungen des Beirats den Umbau mindergenutzter Bürogebäude in der Innenstadt zu Wohnzwecken fordern. Dabei ist ihm wichtig, dass in der City nicht nur hochpreisiger, sondern auch geförderter Wohnraum entsteht. Frankfurt sollte nach Ansicht des Gremiums die Entwicklung zweier „Impuls-Immobilien“ mit einem neuen Nutzungsmix befördern.

Gestaltung der Innenstadt in Frankfurt nach der Corona-Pandemie: Parkplätze sollen wegfallen

Der Städtebaubeirat hält es zudem für nötig, dass die Stadt angesichts des zunehmenden Leerstands möglichst rasch mit dem Handel und den Immobilieneigentümer:innen in der City etwa über die Höhe der Mieten und über Instrumente zum Umgang mit leerstehenden Flächen spricht. Möglich sei etwa, dass sich weitere Co-Working-Anbieter ansiedeln, aber auch Reparaturbetriebe, produzierendes Gewerbe und Handwerk sowie Kreative. Auf den Dächern könne es Urban Gardening geben.

Ohnehin stellt sich der Städtebaubeirat die Innenstadt von Frankfurt nach Corona grüner vor. Schon wegen der zunehmenden Hitze in der City setzt er sich für mehr Bäume, Pflanzkübel, mehr Wasserflächen und Brunnen im Zentrum ein. Er bringt auch die Entsiegelung von Flächen und den Abriss von Nebengebäuden in den Höfen ins Spiel, um mehr Platz für Grün zu schaffen.

Den Autoverkehr sollte die Stadt nach Ansicht des Beirats in der gesamten Frankfurter Innenstadt schrittweise auf den unbedingt notwendigen Ziel- und Quellverkehr reduzieren. Den ruhenden Verkehr wollen die Stadtplaner:innen und Architekt:innen grundsätzlich aus dem Straßenraum in die vorhandenen Parkhäuser verlagern.

Frankfurt nach Corona: Auch mit kleinen Eingriffen soll das Stadtbild aufgewertet werden

Der Städtebaubeirat ist durchaus dafür, der Gastronomie auch nach der Krise mehr öffentlichen Raum in der Innenstadt in Frankfurt zu geben. Gleichzeitig warnt er davor, den Stadtraum noch stärker als Raum für Events zu begreifen, rät zu wenigen Veranstaltungen mit klarer räumlicher Begrenzung. Wichtig ist dem Expertengremium zudem, dass die Stadt auch mehr Sitzgelegenheiten für nichtkommerzielle Nutzungen anbietet und die Pflege des Stadtraums deutlich verbessert. Zu einem besseren Erscheinungsbild würden nach dessen Ansicht auch kleinere Eingriffe beitragen, etwa das Ersetzen von „Terrorpollern“ durch ansprechendere Lösungen, die Gestaltung von Schaltkästen, die Beseitigung von Absperrungen und die Reaktivierung von Brunnen.

Der Städtebaubeirat schlägt vor, nun rasch eine „Werkstatt Innenstadt“ einzurichten, in der zunächst Kulturschaffende, Gewerbetreibende, Gastronomie, Handel und Bürgerschaft Ideen formulieren und diskutieren können. Diese Arbeit könne dann in Fachforen konkretisiert werden, um Strategien verabreden zu können, so der Beirat. Dabei sollte Frankfurt nach seinen Vorstellungen auf die Expertise der hiesigen Hochschulen, aber auch der aus anderen Städten zurückgreifen. Die Grünen loben die Vorschläge des Beirats sehr. Sie freuten sich darauf, auf dieser Basis die Zukunft zu gestalten, heißt es. (Christoph Manus)

Das Stadtbild in der Gutleutstraße in Frankfurt dürfte sich derweil erst mal nicht so stark verändern, nachdem die Stadt dort das Milchsackgelände gekauft hat, um Kulturschaffenden weiter Raum zu bieten.

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