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Frankfurt: Mehr Unterstützung für Kinderhospizarbeit

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Von: Steven Micksch

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In Frankfurt halfen sogar die Bösewichte aus Star Wars mit, der Kinderhospizarbeit mehr Öffentlichkeit zu verschaffen.
In Frankfurt halfen sogar die Bösewichte aus Star Wars mit, der Kinderhospizarbeit mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. © ROLF OESER

Der bundesweite Sternlauf Kinder-Lebens-Lauf kommt nach Frankfurt und macht auf die wichtige, aber unterfinanzierte Arbeit der Dienste aufmerksam. Beim Hospizdienst Löwenzahn engagieren sich dafür Star-Wars-Schurken und Tänzerinnen gemeinsam.

Darth Vader und seine Sturmtruppen aus dem Star-Wars-Universum laufen für den guten Zweck? Sonst verbreiten die Bösewichte nur Schrecken, doch um den Kinder-Lebens-Lauf des Bundesverbands Kinderhospiz zu unterstützen, schlagen sich die Vertreter:innen der „501st Legion“ der German Garrison aus Dortmund gern auf die Seite des Guten.

Der bundesweite gut 7000 Kilometer lange Sternlauf machte am Montag und Dienstag Station in Frankfurt. Am Montagabend kam die elektrische Fackel zunächst am ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn der Deutschen Kinderhospiz-Dienste in Bornheim an. Übergeben wurde er von Elisabeth Schuh, Gründerin des Vereins Nestwärme aus Trier, der sich um Familien mit schwerkranken oder beeinträchtigten Kindern kümmert.

Am Dienstagnachmittag ging es dann weiter zur Frankfurter Dependance des Finanzdienstleistungsunternehmens William Blair. Neben den Star-Wars-Figuren waren auch Tänzerinnen der Dance Company TG Bornheim 1860 und Schulkinder dabei. Noch bis zum 5. Oktober ist der Lauf in anderen Städten unterwegs. So war er bereits Anfang des Monats in Darmstadt und endet Anfang Oktober in Berlin, wo auch der Startpunkt war.

Wegen der Corona-Pandemie habe der Lauf erst zweimal durchgeführt werden können, so Sabine Kraft, jahrelange Geschäftsführerin des Bundesverbands. 2018 gab es die Premiere und 2022 nun endlich die Neuauflage. Die Schirmherrschaft wurde erneut von Elke Büdenbender, der Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, übernommen. Schauspieler Dieter Hallervorden ist Botschafter des Bundesverbands, der hessische Comedian „Maddin“ Schneider seit kurzem Botschafter der Deutschen Kinderhospiz-Dienste. Die prominente Unterstützung ist mehr als willkommen.

Denn das Thema Kinderhospiz ist in der Gesellschaft und in der Politik noch lange nicht angekommen. Dabei sterben jährlich 5000 Kinder an lebensverkürzenden Krankheiten in Deutschland – ob ihre Familien von einem Kinderhospizdienst betreut werden oder nicht. Die Belastung für die Familien ist immens und das schon lange vor dem Tod des Kindes. „Es ist ein ständiger Kampf mit den Behörden“, sagte eine Mutter am Montagabend in den Räumen des Kinderhospizdienstes Löwenzahn. Das Problem ist dabei nicht nur, dass viele Eltern sich – aus Unwissenheit oder Angst vor dem Wort „Hospiz“ – erst gar keine Hilfe holen, sondern dass es nicht genügend ambulante Dienste und stationäre Kinderhospize gibt.

Kraft berichtet, „es gibt 19 stationäre oder teilstationäre Kinderhospize und etwa 200 Dienste für schätzungsweise 50 000 Kinder in Deutschland“. Dass dort das Verhältnis nicht stimme, sei offensichtlich. Kritisch sei besonders, dass die Kinderhospizarbeit vollkommen unterfinanziert sei. Franziska Kopitzsch, die Nachfolgerin von Sabine Kraft, ergänzt, „die Politik und die Kostenträger müssen die Kinderhospizarbeit als eigenständigen Bereich begreifen und nicht als Anhängsel zur Erwachsenenhospizarbeit“. Es müsse eigenständige Regelungen in Form von Richtlinien und Rahmenvereinbarungen mit dem Spitzenverband der Krankenkassen nur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Erkrankungen geben. Denn die jungen Menschen würden häufig jahrelang begleitet.

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