So stellen sich die Architekten das mögliche Ergebnis vor. gmp/dpa
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So stellen sich die Architekten das mögliche Ergebnis vor.

„Kulturmeile“

Frankfurt: Mehr Grün, weniger Autos

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Wie sich die Architekten Christoph Mäckler und Jürgen Engel die „Kulturmeile“ vorstellen und wie die Neue Mainzer Straße zum Boulevard werden soll, der zum Flanieren einlädt.

Zwei prominente Frankfurter Architekten haben sich von der Stadt in die Pflicht nehmen lassen und haben über eine künftige „Kulturmeile“ im Herzen Frankfurts intensiv nachgedacht. Christoph Mäckler und Jürgen Engel sind auf die Bitte von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hin aktiv geworden. Beiden geht es um die entscheidende Aufwertung des öffentlichen Raums und der Innenstadt im Bereich der Wallanlagen, zwischen Alter Oper und nördlichem Mainufer. Es geht um neue Plätze, mehr Grün und mehr Raum insbesondere für Fußgänger.

Die „Kulturmeile“: Sie umfasst ein neues Opernhaus auf dem heutigen Grundstück der Frankfurter Sparkasse Neue Mainzer Straße 47-53 benachbart zum Japan-Tower. Auf dem heutigen Areal der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz würde ein neues Schauspielhaus entstehen. Auf der Fläche Neue Mainzer Straße 57-59 baut die Helaba zudem einen Büroturm, in dem eine Dependance des arg beengten Museums der Weltkulturen in Sachsenhausen unterkommen soll.

Der 69-jährige Mäckler engagiert sich seit vielen Jahren für das Erscheinungsbild seiner Geburtsstadt. Er war Vorsitzender des Gestaltungsbeirates für die neue Altstadt zwischen Dom und Römer. Jetzt hat er für die Kommune eine städtebauliche Studie zur „Kulturmeile“ angefertigt. Unter dem Strich würde das Grün der denkmalgeschützten Wallanlagen nach seiner Aussage um 5000 Quadratmeter wachsen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das neue Opernhaus auf dem Areal Neue Mainzer Straße 47-53 ein Stück weit in die Wallanlagen hineinragen würde. Zwischen der neuen Oper und dem Japan-Tower entwickelt Mäckler einen neuen kleinen Platz.

Die Grundfläche für die neue Oper gibt der Architekt und Planer im Gespräch mit der FR mit 1700 Quadratmetern an. Auf dem Gelände der heutigen Theaterdoppelanlage rückt Mäckler das neue Schauspielhaus auf einer Grundfläche von knapp 2000 Quadratmetern an die Neue Mainzer Straße heran.

Keine Durchgangsstraße mehr

Der Clou seiner Studie ist aber, dass die heute vielbefahrene Hofstraße südlich der Städtischen Bühnen keine Durchgangsstraße mehr wäre. Sie wäre nur noch eine kurze Stichstraße von der Neuen Mainzer Straße her, so dass sowohl das Schauspiel wie auch das gegenüberliegende Jüdische Museum angefahren werden könnten.

Das heutige Stück der Hofstraße von der Münchener Straße her entfiele und würde zum Park. Eine entscheidende Verbesserung für den Willy-Brandt-Platz. „Der Platz ist heute eine Katastrophe, eine Wüstenei“, urteilt Mäckler. Er will künftig die Platzfläche unbedingt mit Bäumen auflockern.

Architekt Jürgen Engel, der intensive Gespräche vor allem mit Planungsdezernent Josef geführt hat, sieht die künftige „Kulturmeile“ als attraktives Gegengewicht zur Einkaufszone Zeil. Er hat mit seinem Team den Entwurf für den Büroturm auf der Fläche Neue Mainzer Straße 57-59 erarbeitet. Bauherr ist die Helaba. Für das Projekt gibt es eine Bauvoranfrage, die von der Stadt bereits genehmigt ist. Im Hochhaus wird eine Dependance des Museums der Weltkulturen untergebracht. Ein entsprechender städtebaulicher Vertrag ist bereits unterschrieben.

Engel möchte die Neue Mainzer Straße entscheidend aufwerten. Sein Ziel ist es, dass sich die vielbefahrene vierspurige Straße zu einem großzügigen Boulevard wandelt, der auch für Fußgänger attraktiv ist. Dazu hält er eine Reduzierung des Querschnitts auf zwei Fahrspuren für notwendig. „Wir müssen einen Teil des Verkehrs aus der Straße herausnehmen“, sagt Architekt Jürgen Engel.

Die Bürgersteige sollen breiter werden als heute, große Bäume sollen der Straße einen neuen Charakter geben. Wichtig ist Engel, dass sowohl vom Standort des Büroturms Neue Mainzer Straße 57-59 wie auch vom Grundstück der neuen Oper Neue Mainzer Straße 47-53 Durchgänge in die grünen Wallanlagen hineinführen.

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