Klima

Frankfurt: Mehr Grün am Hauptbahnhof

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Grünen wollen einen klimafreundlichen Umbau der Tramstation und des Bahnhofsvorplatzes statt nur zwei neue Gleise, wie es der Stadtrat vorgeschlagen hat.

Die Grünen im Römer sehen den Umbau der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof, wie ihn Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) vorgeschlagen hat, kritisch. Oesterling zufolge sollen die Straßenbahnen dort künftig über vier statt zwei Gleise fahren.

Wer eine mobilitäts- und klimagerechte Stadt wolle, müsse von Anfang an mehr Grün einplanen, sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Bernhard Maier. Er verwies auf den Klimawandel, die Überhitzung der Stadt und die Aufenthaltsqualität.

Unter anderem sei der Vorplatz am Hauptbahnhof auf dem Klimaplanatlas stets dunkelrot gefärbt, sagte er. „Wir müssen den öffentlichen Verkehr steigern und das Klima schützen. Wir müssen mehr gegen die Überhitzung von Plätzen tun, auch wenn sie Haltestellenknotenpunkte sind.“ Maier forderte Oesterling auf, den Klima- und Umweltschutz, die im Nahverkehrsplan beschrieben sind, mit Priorität umzusetzen.

Die geplante Reaktivierung der Straßenbahnstrecke über die Schlossstraße zum Industriehof, den angekündigten Zehnminutentakt sowie die Einführung von drei neuen Straßenbahnlinien begrüßte er.

Die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof gilt als Nadelöhr im Straßenbahnnetz. Auf dem Abschnitt zum Platz der Republik sind 42 Straßenbahnen pro Stunde unterwegs, die gut 54 000 Fahrgäste befördern. Um weitere Linien über den Hauptbahnhof fahren zu lassen, wären ein oder zwei neue Gleise nötig. Oesterling favorisiert den Bau von zwei neuen Gleisen.

Der Umbau der Straßenbahnhaltestelle kann frühestens 2024 beginnen. Bis dahin baut die Deutsche Bahn eine neue B-Ebene im Frankfurter Hauptbahnhof. Die Arbeiten beginnen im Herbst. Den Bahnhofsvorplatz nutzt sie unter anderem als Lagerfläche.

Die neue B-Ebene soll den Fahrgästen den direkten Weg von den S-Bahnen zu den Fernzügen ermöglichen. Die B-Ebene wird verengt, Zugänge werden geschlossen. Danach will die Stadt den Bahnhofsvorplatz neu gestalten. Pläne dafür hat das Architekturbüro Schneider + Schumacher schon 2008 erstellt. Darin ist unter anderem die Reduzierung der Fahrspuren für den Autoverkehr am Hauptbahnhof vorgesehen. Bislang fehlen rund um den Bahnhof auch sichere Radwege.

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