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Schottergärten sind nicht erlaubt und doch sind sie da. Eine neue Satzung soll das verhindern. Rolf Oeser
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Schottergärten sind nicht erlaubt und doch sind sie da. Eine neue Satzung soll das verhindern. Rolf Oeser

Klimawandel

Frankfurt: Mehr Grün auf den Grundstücken

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Magistrat berät über neue „Freiraum- und Klimasatzung“ für die Stadt. Schottergärten sollen tabu sein, auch meterhohe Sichtschutzzäune oder künstliche Pflanzen. Fassaden und Dächer sollen grüner werden.

Den Schottergärten soll es in Frankfurt endgültig an den Kragen gehen. Galten sie eine Zeit lang als schick und pflegeleicht, setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch: Sie sind ein Ärgernis. Für Tiere ein toter Raum heizen sie im Sommer die Stadt weiter auf, unter dem Schotter liegt Vlies oder Ähnliches, das Wasser versickert schlecht.

Nun bringen die Dezernenten für Planen und Wohnen, Mike Josef (SPD), und Umwelt, Rosemarie Heilig (Grüne), einen Satzungsentwurf für mehr Grün auf privaten Grundstücken ein. Wenn Magistrat und Stadtverordnete zustimmen, könnte Frankfurt eine Freiraum- und Klimasatzung bekommen.

Nicht nur Schotter soll demnach tabu sein, auch meterhohe Sichtschutzzäune oder künstliche Pflanzen. Geeignete Dachflächen und Teile der Fassade sollen begrünt werden. Die Satzung erfindet den Naturschutz nicht neu, die Hessische Bauordnung gibt bereits vor, dass Grundstücksfreiflächen wasserdurchlässig zu belassen und zu begrünen sind. Auch die Frankfurter Vorgartensatzung bestimmt, dass Flächen vor den Häusern gärtnerisch gestaltet werden müssen.

Der Vorstoß sei eine „Ergänzung bestehender Regeln“, sagt Mark Gellert, Sprecher des Planungdezernats. Mit der neuen Satzung müssten Eigentümerinnen und Eigentümer stärker darauf achten, dass „gärtnerisch“ auch mit Pflanzen zu tun hat. Wobei sich durch die neue Satzung am Bestand nichts ändert – niemand muss seinen bestehenden Schottergarten sofort umwandeln oder flugs das Carport-Dach begrünen. Die Satzung greift nur bei Neu- und Umbauten. Wer zum Beispiel die Steine einer Terrasse austauschen möchte, könnte die Satzung ignorieren. Wer die Terrasse vergrößern möchte, nicht. Wer ein Haus renoviert, muss nicht unbedingt das Dach begrünen. Wer aber das Gebäude komplett bis auf den Rohbau entkernt womöglich schon. Im Zweifel solle man die Bauaufsicht befragen, empfiehlt Gellert.

Einfacher ist die Auslegung beim Neubau. Da müssten Bauherrinnen und -herren unbedingt die neue Satzung beachten. Dass dies Investorinnen und Investoren abschrecken könnte, fürchteten Heilig und Josef nicht.

Vielleicht bedeute die Satzung einen etwas höheren Aufwand in der Planung und etwas höhere Investitionskosten, räumt Gellert ein. Langfristig machten sich diese aber bezahlt. Ein begrüntes Gebäude, ein naturnaher Garten heizen sich nicht so sehr auf. Im Sommer sparen die Eigentümerinnen und Eigentümer dann bei der Kühlung.

Anderes Beispiel: Wer auf einem versiegelten Grundstück das Regenwasser als Brauchwasser in den Kanal leitet, muss Gebühren zahlen. Wenn der Regen auf dem Grundstück versickert, kostet das nichts. Noch ein Beispiel: Ein begrüntes Dach mag teurer anzulegen sein als ein normales Flachdach. Dafür hält es doppelt so lange, reduziert also die Sanierungskosten.

Obendrein hat die Stadt ein Förderprogramm für Gartenfreunde im Angebot. „Frankfurt frischt auf“ nennt sich das. Private Investoren und Investorinnen erhalten eine kostenlose Erstberatung, im Anschluss können sie einen Förderantrag stellen. Die Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten bis zu 50 000 Euro.

Info: www.frankfurt.de/klimabonus oder telefonisch unter 069/212-48 323

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