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Die Pflege und Sauberkeit des Mainufers kostet viel Geld.

Stadtparlament

Kampf gegen den Klimawandel in Frankfurt

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Die Stadt gibt mehr Geld für die Pflege von Grünflächen und Parks aus, weil diese stark genutzt werden und unter extremen Hitzeperioden leiden.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Frankfurt zu spüren – und zu messen. Extreme Hitze und Trockenperioden nehmen zu, 2018 gab es erstmals rund 100 Sommertage mit Temperaturen von mehr als 25 Grad Celsius. Auch kommt es zu immer heftigeren Stürmen, und Hochwasser tritt auf. Drei Millionen Euro mehr will die Stadt nun jährlich in den Erhalt und die Pflege von Grünanlagen und Parks stecken. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend beschlossen. Das zusätzliche Geld sei „kein Luxus“, sagte Manuel Stock, Fraktionschef der Grünen, „es wird dringend gebraucht, um das Grün weiter lebensfähig zu halten.“

Etwas mehr als 15 Millionen Euro gibt die Stadt dann für ihre Grünanlagen aus. Schon lange hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) darauf aufmerksam gemacht, dass mehr Geld für die Pflege notwendig sei. „Ein Grund dafür ist auch: „Die Frankfurter lieben ihre Grünflächen und nutzen sie“, sagte Stock. Ob am Mainufer oder etwa im Grüneburgpark – die Wiesen und Wege sind im Sommer voll mit Menschen und werden so auch strapaziert. Und wenn dann auch noch wie im vergangenen Jahr kaum Regen fällt, dann verwandeln sich Liegewiesen schnell in braune Steppen.

Extreme Hitzeperioden führen zu verbrannten Grasnarben, zu Kronendürre, zu frühem Laubfall. Bedingt durch den Klimawandel nehmen Baumkrankheiten zu – was auch wiederum einen erhöhten Pflegebedarf nach sich zieht. „Die Veränderung des Klimas ist deutlich dramatischer, als wir erwartet haben“, sagte Roger Podstatny (SPD). „Die Erfahrung im letzten Sommer hat auch im Magistrat die Erkenntnis reifen lassen, dass mehr Geld für die Pflege ausgegeben werden muss.“ So sieht das auch Heilig. Es gebe ein wachsendes Bewusstsein in der Stadt dafür, dass besser auf die Folgen des Klimawandels reagiert werden muss.

Frankfurt: Das städtische Grün wächst

Zusätzlich zu den bestehenden Grünflächen müssen auch immer mehr neue betreut werden. Etwa in den neuen Wohngebieten. Seit 2015 ist die in Frankfurt zu pflegende Grünfläche um 42 Hektar gewachsen – das entspricht etwa der Größe von 50 Fußballfeldern. Das alles führt seit Jahren zu Mehrkosten bei der Grünpflege. Deshalb schleppt die Stadt auch bereits seit 2012 ein Defizit bei der Grünpflege mit sich herum.

Auch die Sauberkeit der Grünanlagen und Straßen soll verbessert werden. Deshalb erhält das Projekt „cleanffm“ künftig nicht mehr nur 500 000 Euro. „Vorher wurde das Geld aus Resten zusammengekratzt“, sagte Stock. Jetzt würden 2,5 Millionen Euro investiert. „Denn durch die hohe Nutzung der Grünanlagen und Parks fällt auch mehr Abfall an, der beseitigt werden muss. Robert Lange (CDU) mahnte, dass es aber auch ein „Controlling für die Sauberkeitsleistung“ geben müsse. Möglicherweise sei dafür mehr Personal nötig, aber „es kann nicht sein, dass die Stadt viel Geld für Sauberkeit ausgibt, die Leistung aber nicht kontrolliert wird“.

Für Pearl Hahn (Linke) sind 15 Millionen Euro für die Grünpflege nicht genug. „Das Geld ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagte sie. Große Probleme benötigten große Lösungen und eine angemessene Finanzierung. Sie forderte eine Verdoppelung der Mittel.

Für Manuel Stock, der seine letzte Rede als Grünen-Fraktionschef im Stadtparlament hielt und zum 1. Februar ins Hessische Wissenschaftsministerium als Büroleiter wechselt, ist aber klar: „Grün tut Frankfurt gut.“

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