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Frankfurt: Mehr Geld für Kulturprojekte

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Von: Florian Leclerc

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Der Mousonturm soll barrierefrei werden. Foto: Peter Jülich
Der Mousonturm soll barrierefrei werden. Foto: Peter Jülich © peter-juelich.com

Die Koalition in Frankfurt fördert unter anderem den Mousonturm und die Band Bridges mit zusätzlichen Mitteln. Die Etatanträge der Koalition wurden im Kulturausschuss beschlossen.

Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat am Donnerstagabend im Kulturausschuss des Römers mehr Geld für zahlreiche Kulturprojekte zur Verfügung gestellt oder deren Anschub finanziert.

Intensivklassen mit jungen Menschen, die gerade Deutsch lernen, und ihre Begleitpersonen zahlen künftig keinen Eintritt mehr in städtischen Museen und dem Zoo. Sie erhalten auch kostenlose Führungen. Dafür stellt die Koalition 10 000 Euro bereit.

Für die Europäische Akademie der Arbeit, getragen vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt, gibt die Koalition in diesem Jahr 200 000 Euro mehr, unter anderem für Seminare. Die Freie Kunstakademie bekommt 60 000 Euro zusätzlich, um gestiegene Mietkosten und die Verwaltungsarbeit zu finanzieren und höhere Honorare zahlen zu können.

Fördermittel für Ausstellung über Brailleschrift

Der Mousonturm erhält 30 000 Euro zusätzlich, damit das Haus barrierefrei werden kann. Das Archiv Frau und Musik, das Musik von Frauen archiviert und auffindbar macht, bekommt 20 000 Euro zusätzlich sowie eine Förderung von 5000 Euro für zwei Kurzfilme.

Mit weiteren 50 000 Euro will die Koalition eine Führung bei der Galerienausstellung „Frankfurt Art Experience“ fördern - die Führung heißt „Frankfurt Art Experience Walks“. Außerdem gibt die Koalition einmalig 15 000 Euro fürs Personal. Das Atelier Goldstein erhält 10 000 Euro mehr, um seine Tätigkeiten und die Einrichtung auszubauen. Die transkulturelle Musikgruppe Bridges bekommt ebenfalls 10 000 Euro mehr. 10 000 Euro zusätzlich bekommt auch der Philharmonische Verein der Sinti und Roma für weitere Projekte.

Um über die Frankfurter Euthanasieopfer zu forschen und eine Datenbank zu erstellen, stellt die Koalition 80 000 Euro bereit. Die alte Seilerei zwischen Sachsenhausen und Oberrad soll ein Kulturort werden - die Koalition bezuschusst den Trägerverein mit 60 000 Euro.

Damit geflüchtete Frauen sich austauschen können, startet der Magistrat das Kulturangebot „Frauenbilder“, bei dem sich Geflüchtete treffen und vernetzen können, von der Koalition gefördert mit zusätzlich 200 000 Euro.

Das Dialogmuseum bekommt 21 000 Euro für die Ausstellung „A Touch of Type“ über Brailleschrift. Mit 20 000 Euro wird eine Honorarkraft finanziert, die den Scanner zur Digitalisierung der Sammlungen in städtischen Museen bedienen soll. 7000 Euro stellt die Koalition zusätzlich bereit, um die Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Frankfurt bei Veranstaltungen bekannter zu machen.

Für Provenienzforschung stellt die Koalition 283 000 Euro in den Haushalt ein. Für den Kinder- und Jugendsport gibt die Koalition 350 000 Euro aus, damit Kinder und Jugendliche in Vereinen kostenlos in Turnhallen und Schwimmbäder können. Mit dem Geld werden die Hallennutzungsgebühren beglichen.

Opposition gibt sich enttäuscht

Für die Koalition betonte Uwe Paulsen (Grüne) im Ausschuss den Nutzen der gemeinsamen Anträge: „Wir müssen das kulturelle Leben weiterhin stärken.“ Es werde 2022 keine harten Kürzungen geben. „Kultur ist nicht ‚nice to have‘, sondern essenziell für unsere Gesellschaft“, sagte Thomas Bäppler-Wolf (SPD). „Wenn man mehr Geld hätte, könnte man mehr machen“, sagte Peter Paul Thoma (FDP).

Aus der Opposition kritisierte Christian Becker (CDU), die städtischen Museen hätten bereits verringerte Öffnungszeiten. 2023 stünden Kürzungen an, „aber man weiß noch nicht, wo gespart werden soll“.

„Über den Haushaltsentwurf war ich enttäuscht, man musste nachbessern etwa bei den Städtischen Bühnen“, sagte Michael Müller (Linke). Das Festival Stoffel und die Sommerwerft bräuchten eine höhere Förderung.

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erfolgt in der nächsten Sitzung am 9. Juni.

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