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Ein Auto hebt ab. Zuletzt geschah das seltener – auch weil Verträge mit Abschleppunternehmen ausgelaufen sind. 

Verkehr in Frankfurt

Frankfurt: Mehr Anzeigen gegen Falschparker

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Immer mehr Menschen in Frankfurt haben etwas dagegen, dass Autofahrer falsch parken - und erstatten Anzeige.

Die Zahl der Menschen, die Falschparker in Frankfurt melden, nimmt zu. Im vergangenen Jahr gingen 21 638 Privatanzeigen bei der Bußgeldstelle des städtischen Ordnungsamtes ein. Das teilte der Magistrat mit. Im Vorjahr waren es 13 144 Anzeigen.

Gemeldet würden Verstöße beim Bewohnerparken, Parken im Halteverbot, Gehweg- und Radwegparken sowie Falschparken am Parkscheinautomaten. Anzeigen seien von Privatleuten, Kliniken, Taxifahrern und Firmen zur Parkraumüberwachung eingegangen.

Die Stadt Frankfurt hält für das Anzeigen von Parkverstößen ein Formular mit Merkblatt auf ihrer Internetseite bereit (www.frankfurt.de, dann „Ordnungswidrigkeiten, Knöllchen“ suchen). Der Vordruck müsse vollständig ausgefüllt werden, teilte der Magistrat mit. Dann könne ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Fehlerhafte oder unvollständige Formulare würden nicht verfolgt.

Deutlich angestiegen seien Anzeigen, die über die App „Wegeheld“ bei der Bußgeldstelle eingegangen seien. Diese habe eine „einfache Handhabung“, sodass Nutzer Parkverstöße etwa „auf ihren Wegen zur Arbeit, zum Einkaufen“ meldeten.

Fast 120.000 Fälle weniger 

Obwohl die Zahl der Anzeigen zugenommen hat, sank die Zahl der festgestellten Parkverstöße insgesamt von 671.837 Fälle (2017) auf 552.356 (2018). Eine Begründung wurde nicht genannt. Allerdings hat Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), dem das Ordnungsamt politisch untersteht, zum Thema einen Besuch im Verkehrsausschuss des Römers angekündigt, um Fragen der Stadtverordneten zu beantworten. Er wolle an der Sitzung am Dienstag, 29. Oktober, 17 Uhr, teilnehmen. Sie findet im Rathaus-Südbau, Sitzungssaal 307, 3. Obergeschoss, Bethmannstraße 3, statt.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, mussten fünf Prozent der Parkverstoß-Verfahren eingestellt werden, weil „kein sicherer Tatnachweis“ geführt werden konnte. In zehn Prozent der Fälle sei der verantwortliche Fahrzeugführer nicht zu ermitteln gewesen.

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Wie die städtische Verkehrspolizei mitgeteilt hatte, ist die Zahl der abgeschleppten Fahrzeuge in Frankfurt stark rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden 3852 Fahrzeuge abgeschleppt. Im Jahr 2017 waren es mit 8422 Abschleppfälle mehr als doppelt so viele.

Zur Begründung hieß es, derzeit müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Funkleitzentrale der Verkehrspolizei für jede Abschleppmaßnahme einzeln die Abschleppfirmen im Rotationsverfahren beauftragen. Ziel sei es, die Abschleppungen über eine ausgelagerte Zentrale zu koordinieren.

Auch habe die Stadt 2018 den Dienstleister, der Leiharbeitskräfte zur Verfügung stellt, gewechselt. Damit seien Einarbeitungszeiten und eine geringere Leistung einhergegangen. Darüber hinaus lief im November 2017 ein Vierjahresvertrag mit mehreren Abschleppunternehmen aus. Die darauf folgende Ausschreibung scheiterte aufgrund von Beschwerden der Interessenten. Den Angaben zufolge nahm die Stadt zuletzt 15,3 Millionen Euro (2018) durch Bußgelder ein; 2017 waren es noch 16,8 Millionen Euro.

von Florian Leclerc

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