Polizeieinsätze in Frankfurt-Sachsenhausen sind Alltag. Immer häufiger kommt es zu Auseinandersetzungen.
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Polizeieinsätze in Frankfurt-Sachsenhausen sind Alltag. Immer häufiger kommt es zu Auseinandersetzungen.

Tumulte und massiver Widerstand bei Polizeikontrollen

Frankfurt: Innenminister Beuth will Angriffe auf Polizisten mit „Knast“ ahnden

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Bei Polizeieinsätzen auf der Zeil und in Alt-Sachsenhausen kommt es tumultartigen Szenen. Hessens Innenminister Peter Beuth will Angriffe auf Polizisten pauschal mit „Knast“ bestrafen.

  • Die Polizei in Frankfurt hatte es am Wochenende mit aggressiven Gruppen zu tun.
  • In Alt-Sachsenhausen und auf der Zeil kam es zu Ausschreitungen.
  • Personen sollen sich gegen die Polizei verbündet haben.

Update vom Dienstag, 22.09.2020, 13:00 Uhr: In Frankfurt wurde am Wochenende ein 33-jähriger Mann festgenommen, der in Alt-Sachsenhausen einen Polizisten angegriffen hatte. Dies hatte die „Bild" berichtet. Aufgrund fehlender Haftgründe wurden zwei ebenfalls an dem Vorfall beteiligte Männer freigelassen.

Nun äußert sich Hessens Innenminister Peter Beuth mit deutlichen Worten zu dem tätlichen Angriff gegen den Polizeibeamten: „Einmal mehr wird für mich deutlich, dass wir die von Hessen seit Langem geforderte Erhöhung der Mindeststrafe auf sechs Monate dringend benötigen. Damit klar ist, wer unsere Polizistinnen und Polizisten angreift, geht in den Knast und kommt nicht mit einer Geldstrafe davon“, so Beuth.

In den sozialen Medien werden Beuths Worte nicht nur wohlwollend aufgenommen. Auf Twitter hieß es unter anderem, seine „Knast“-Aussage hätte das Niveau „niveauloser Stammtischparolen“.

Erstmeldung vom Montag, 21.09.2020, 18:36 Uhr: Frankfurt - Gleich zweimal innerhalb weniger Stunden hat sich die Polizei mit aggressiven Personengruppen auseinandersetzen müssen. Erneut kam es dabei zu Ausschreitungen in Alt-Sachsenhausen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden Beamte am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr Zeugen einer Auseinandersetzung zwischen einem Wirt und Gästen, die dessen Kneipe nicht verlassen wollten. Die Polizisten wollten verhindern, dass die verbale Auseinandersetzung eskaliert. Schnell rotteten sich nach Polizeiangaben aber 50 Personen zusammen, die lautstark gegen die Polizei skandierten.

Widerstand bei Polizeikontrollen in Frankfurt: Polizist von Flasche getroffen

Als die Beamten sich zurückzogen, folgte ihnen die Gruppe und begann im Bereich Große Rittergasse / Frankensteiner Straße, mit Gläsern, Glasflaschen und Steinen zu werfen. Ein Polizist wurde dabei von einer Glasflasche im Gesicht getroffen. Der 37-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden. Eine weitere Polizistin, die getroffen wurde, blieb unverletzt. Die Beamten setzten daraufhin Pfefferspray ein, was mit weiteren Flaschenwürfen quittiert wurde.

Nachdem Verstärkung eintraf, gelang der Polizei die Festnahme von drei Personen, die zuvor mit Gegenständen geschmissen haben sollen. Darunter war ein 33-Jähriger, der sich zuvor schon als Aufwiegler präsentiert hatte. Während die beiden 18-Jährigen mit Wohnsitzen in Frankfurt und Dietzenbach wieder auf freien Fuß kamen, sollte der 33-Jährige, der bereits eine mehrjährige Haftstrafe wegen Körperverletzung abgesessen hat, dem Haftrichter vorgeführt werden.

Krawalle in Frankfurt nach Polizeieinsatz: 150 Personen hetzen gegen die Beamten

Fünf Stunden vor den Krawallen in Alt-Sachsenhausen hatte die Polizei auf der Zeil mit einer noch wesentlich größeren Personengruppe zu tun. Eine Funkstreife wollte zwei Männer kontrollieren, die auf der Zeil an die Fassade einer Hauswand urinierten. Während ein 26-Jähriger sich kooperativ verhalten habe, sei dessen 35-jähriger Begleiter ausfällig geworden und habe Bemerkungen wie „Ihr scheiß Rassisten“ und „nur weil ich schwarz bin“ oder „ich bin Boxer, wenn ich will, ficke ich Dich“ losgelassen.

Während der Kontrolle sammelte sich schnell eine Gruppe von etwa 150 Personen, die verbal gegen die Polizisten hetzte und die Maßnahme filmte. Die Gruppe versuchte auch, die Abfahrt des Polizeiautos zu verhindern. Der 35-Jährige kam zur Ausnüchterung in eine Zelle, hieß es.

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