Kriminalität

Frankfurt: Massenschlägerei beendet geselligen Abend

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
    schließen

Besoffene prügeln sich in Sandweg und Baumweg

Die Nacht auf Freitag ist wieder eine dieser lauen Sommernächte, in denen etliche orientierungslose junge Menschen den Sandweg offenbar mit dem Friedberger Platz verwechseln. Das infernalische Gejohle und Gekeife der Besoffenen, die an den lokalen Wasserhäuschen ungehindert aufpegeln dürfen, wird mit fortschreitendem Abend immer lauter.

Gegen 0.30 Uhr aber wechselt plötzlich die Tonalität. Die Schreie werden schriller, einige rufen laut nach der „Polizei“. Das fällt zuerst nicht weiter auf, weil dies genau das Wort ist, das einem selbst schon seit ein, zwei Stunden durchs Gehirn geistert, aber dann gesellen sich Klatschlaute dazu, die man sonst nur vom Boxring kennt.

Ein Blick aus dem Fenster schafft Klarheit: Vier junge Männer jagen einen älteren Mann die Fahrbahn straßaufwärts und prügeln dabei mit unfassbarer Brutalität auf ihn ein. Es ist der Geschlagene, der laut nach der Polizei ruft, einige Passanten tun es ihm gleich. Die ungleiche Schlägerei verlagert sich in den Baumweg, kurz darauf wird dann wieder an der Kreuzung zum Sandweg weitergeprügelt.

Mittlerweile ist nicht mehr so ganz klar, wer hier auf wen eindrischt. Ein Mann tätigt einen Karatetritt ins Leere und knallt auf das Pflaster, ein anderer rennt ungebremst und sturzbetrunken in ein parkendes Auto, wieder ein anderer reißt sich das T-Shirt vom Leib, jeder schimpft jeden „Hurensohn!“.

„Warum ruft denn niemand die Polizei?“, ruft eine Nachbarin, aber keiner antwortet, weil fast alle damit beschäftigt sind, die Polizei anzurufen. Die kommt auch kurz darauf: Fünf Wagen mit Blaulicht sperren den unteren Sandweg, ein sechster kommt durch den Baumweg, von oben naht entgegen der Fahrtrichtung ein Rettungswagen. Zeugen werden vernommen. Die Schläger sind derweil Richtung Anlagenring entfleucht, der Geschlagene ist auch verschwunden.

Ein großes Ding für den Sandweg, allnächtliche Routine für die Polizei. In den Polizeibericht vom Freitag schafft der Vorfall es nicht, die Pressestelle kann auch noch keine Details liefern. So unerfreulich der Anlass auch gewesen sein mag: Danach herrschte wenigstens Ruhe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare