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Im neuen Behandlungsraum wird sich auch Ulrich Reissmann, Leitender Arzt der Notaufnahme, um die Patienten kümmern.

Frankfurt

Frankfurt: Markuskrankenhaus hilft schneller bei Herzrhythmusstörungen

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Das Markuskrankenhaus eröffnet eine spezielle Einheit für Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Das soll den Patienten viele Vorteile bringen - nutzt aber auch dem Krankenhaus.

Wenn das Herz nicht mehr im gewohnten Takt schlägt, bekommen viele Menschen erst mal Panik. Bei solch einer Herzrhythmusstörung führt der Weg meist in die Notaufnahme eines Krankenhauses, um die Anomalie abklären zu lassen. Doch gerade bei nicht kritischen Rhythmusstörungen am Wochenende muss der Patient manchmal bis zum Montag auf eine Behandlung warten.

Genau da setzt das Markuskrankenhaus mit einer neu gegründeten Frankfurter Rhythmus Unit an. Die Einheit ist eigentlich ein Raum in der Notaufnahme in dem speziell Patienten mit akuten Herzrhythmusstörungen versorgt werden. Sie ist jederzeit nutzbar und daher auch am Wochenende für Patienten verfügbar. Angelehnt ist der neue Raum an bereits etablierte Einheiten, wie die Stroke Units (Schlaganfall) oder Chest Pain Units (Brustschmerzen). „Wir verzeichnen in unserer Notaufnahme eine wachsende Zahl von Patienten mit Herzrhythmusstörungen“, sagt Ulrich Reissmann, Leiter der zentralen Notaufnahme am Markuskrankenhaus.

Die zunehmende Patientenzahl und die Notwendigkeit eines schnellen Handelns bei Störungen des Herzschlags waren zwei der Gründe, die zur Schaffung der neuen Unit führten. Das Markuskrankenhaus, das sowieso mit einer Expertise im Bereich Kardiologie aufwarten könne, habe sich dadurch nochmals verbessert und spezialisiert, so Michael Keller, Geschäftsführer der Diakoniekliniken, zu denen das Markus- und das Bethanienkrankenhaus zählen. „Wir wollen bei der Diagnose noch schneller und besser sein“, sagt Keller.

Ein Patient, der mit Rhythmusstörungen per Krankenwagen in die Klinik in Bockenheim kommt, hat zunächst Kontakt mit einer Schwester. Diese ordnet die Beschwerden und Symptome ein. Anschließend geht es in den neu geschaffenen Raum mit den zwei Liegen. Ein Arzt übernimmt die weitere Behandlung und macht zunächst ein EKG. Bestätigt sich der Verdacht auf Herzrhythmusstörungen kann eine Behandlung mit Medikamenten oder einer elektrischen Kardioversion erfolgen. Je nach Fall werde dann entschieden, ob der Patient stationär im Krankenhaus bleiben muss oder bereits wieder nach Hause kann.

Behandlungsraum

Die Frankfurter Rhythmus Unit befindet sich in der Notaufnahme des Markuskrankenhauses.

Der Raum beinhaltet mehrere Geräte zur Behandlung sowie zwei Liegen.

Die Kosten für die Schaffung des Raums lagen im unteren sechsstelligen Bereich. Laut Geschäftsführer Michael Keller insgesamt bei circa 150 000 Euro.

„Zum einen können wir mit der Unit zielgerichtet arbeiten“, sagt Julian Chun, Chefarzt in der Kardiologie, „zum anderen ist sie auch eine Stellschraube zur Entlastung.“ Denn da man nicht jeden Patienten präventiv stationär aufnehme, sondern gezielt ambulant behandeln könne, blieben Betten für andere Patienten, die sie im Zweifel dringender benötigen.

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