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Frankfurt: Marktbeschicker haben Sorgen

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Von: Holger Vonhof

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Michael Kubach betreibt einen Stand auf dem Markt an der Konstablerwache.
Michael Kubach betreibt einen Stand auf dem Markt an der Konstablerwache. Michelle Spillner © Michelle Spillner

Steigende Preise vergraulen die Kundschaft. Viele gehen lieber zum Discounter.

Michael Kubach rührt in seiner riesigen Pilzpfanne und blickt aus seinem Verkaufswagen an diesem Donnerstag auf vereinzelt vorbeigehende Kundschaft des Erzeugermarkts an der Konstablerwache. Es kämen weniger, sie gäben weniger aus und sie seien kritischer beim Kaufen, beobachten auch andere Händler. Gleichzeitig sind die Kosten gestiegen. Vor allem die Spritpreise machen das Geschäft manchen Marktbeschickers allmählich unrentabel.

Speisepilzspezialist Michael Kubach macht der Ukrainekrieg mit seinen Folgen mehr Sorgen als die beiden Corona-Jahre. „Bei Corona hat man sich gedacht: Das ist irgendwann vorbei“, aber jetzt schlafe er schlechter, sagt er. Während Corona habe er weniger Gerichte zum Verspeisen an Ort und Stelle verkauft, aber dafür mehr frische Pilze. Die Leute hätten mehr zu Hause gekocht.

Aber jetzt merke man die Umsatzeinbußen. Und die Kostensteigerung. 50 Euro mehr koste ihn die Fahrt vom 120 Kilometer entfernten Rosenberg-Sindolsheim nach Frankfurt und zurück. Die Preise aber könne er nur moderat anheben, in Centdimensionen, „maximal um zehn Prozent“, sagt er. 100 Gramm Champignons kosten jetzt statt 90 Cent einen Euro, der Preis für 100 Gramm Shitake-Pilze ist um 20 Cent auf 2,40 Euro gestiegen. Er müsste kiloweise mehr Pilze verkaufen, um die Mehrkosten aufzufangen. Dabei verkauft er weniger. Viele kauften jetzt eher in den Discountern ein als auf Wochenmärkten.

Die Kauflust ist gebremst. Im Moment könne sie es sich noch leisten, sagt eine Frau. Aber die Unsicherheit hinsichtlich kommender Kosten lasse sie jetzt schon sparsamer sein. Und wenn man Geld ausgibt, dann will man sichergehen, dass man dafür gute Qualität bekommt.

Eine Mittvierzigerin wickelt am Obst- und Gemüsestand von Bernd Rück in aller Seelenruhe eine Rolle Grüne Soße auf, überprüft jedes Kräutlein auf seine Frische. Sie ist zufrieden, rollt das Päckchen wieder ein und nimmt das Bündel. „Das hätte ich ihnen vorher sagen können, dass das gute Ware ist“, betont Rücks Mitarbeiter freundlich, der sie gewähren ließ. Rück findet es schrecklich, dass Spargelbauern ihren Spargel zum Teil wieder untergegraben haben, weil das günstiger gewesen sei, als ihn zu ernten. Ein Luxusartikel ebenso wie die Himbeeren. „Aber solange wir unsere Autotanks noch für teuer Geld volltanken können, ist es doch gut. Aber wenn es irgendwann heißt, es gibt nur noch 20 Liter für jeden, dann haben wir ein Problem.“ Dann könnte er auch nicht mehr zum Markt an der Konstablerwache kommen.

Auf dem Höchster Markt geht es bodenständiger zu als an der Konstablerwache; hier dominiert noch deutlich der Vertrieb vom Direkterzeuger. Deshalb ziehen die Stände auf dem Marktplatz und in der Markthalle weiterhin Kunden an – traditionell aber auch aus den finanzstarken Nachbarkreisen, dem Main-Taunus- und dem Hochtaunuskreis, immer dienstags, freitags und samstags vormittags.

Düster sieht es allerdings für den erst im vergangenen Jahr gestarteten Wochenmarkt vor der Niddakampfbahn an der Oeserstraße in Nied aus. Der vom Gewerbeverein und der SG Nied, jetzt Eintracht Frankfurt, organisierte Markt blutet aus; von einem Dutzend Ständen hielten nur zwei oder drei durch. Eine längere Baustelle, Corona und die hohen Preise werden als Gründe genannt.

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