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Ein Mann hat in Frankfurt seine Ex-Freundin brutal verprügelt.

Gericht Frankfurt fällt fragwürdiges Urteil

Mann schlägt schwangere Ex-Freundin brutal zusammen - dann beklaut er sie

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Ein Mann hat in Frankfurt seine schwangere Ex-Freundin angegriffen. Das Gericht verurteilt ihn wegen Körperverletzung und Diebstahl.

Frankfurt - Die Anklage hat es in sich. Sajjad A. steht wegen versuchten Schwangerschaftsabbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Raubes vor dem Amtsgericht. Laut Anklage hatte der 43-Jährige seiner Ex-Freundin in der Nacht auf den 18. Juni 2019 in einem Gebüsch vor dem Hochhaus in Preungesheim, in dem sie wohnt, aufgelauert.

Als die Frau, die ein Kind von ihrem neuen Lebensgefährten erwartete, gegen 3.20 Uhr aus dem Restaurant, das sie damals betrieb, nach Hause kam, stürmte er auf sie los, schlug ihr mit einem nicht näher identifizierten Gegenstand in den Bauch und trat dann mehrfach auf die zu Boden Gestürzte ein. Nachbarn hörten die Hilferufe, und als eine Nachbarin rief, sie habe die Polizei gerufen, ließ A. von seinem Opfer ab und flüchtete. Kurz darauf überkam ihn etwas Ähnliches wie Reue: Er kehrte zurück, nahm der immer noch geschockten Frau ihre Handtasche mit rund 350 Euro Bargeld ab und flüchtete dann endgültig.

Frankfurt: Mann greift schwangere Ex-Freundin an

Alles Blödsinn, lässt A. über seinen Anwalt ausrichten. Er habe nicht im Busch gehockt, sondern auf einer Bank gesessen und auf seine Ex gewartet, um mit ihr zu reden. Das habe er dann auch getan. Er habe sie gebeten, mehr Zeit mit dem gemeinsamen, vier Jahre alten Sohn verbringen zu dürfen, für den sie das alleinige Sorgerecht hat. Sie habe das abgelehnt. 

Er habe sie höflich gebeten, ihm doch die 8.000 Euro zurückzuzahlen, die er ihr angeblich für die Eröffnung des Restaurants gegeben habe und die er zuvor selbst von seinem Bruder in Pakistan habe leihen müssen. Das habe sie ebenfalls abgelehnt und stattdessen gedroht, sie und ihr neuer Lebensgefährte würden dafür sorgen, dass er aus Deutschland rausgeschmissen werde.

Frankfurt: Amtsgericht hatte gegen den Mann Annäherungsverbot verhängt

Die Aufenthaltserlaubnis A.s läuft Ende des Jahres ab, und die Teilzeit-Küchenhilfe mit nicht einmal rudimentären Deutschkenntnissen war bis dahin bei jedem Behördengang auf die Hilfe seiner Ex-Partnerin, einer Griechin, angewiesen gewesen. Da sei er so traurig wie friedlich von dannen gestrolcht. Eine Handtasche habe er nie geklaut.

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Die Frau zeichnet im Zeugenstand ein weniger weiches Bild ihres ehemaligen Partners – das unterstrichen wird durch ein Annäherungsverbot des Amtsgerichts, das dieses nach der Trennung der beiden gegen den stalkenden und drohenden A. erlassen hatte. Als sie ihn im September 2018 mit Polizeiunterstützung aus der gemeinsamen Wohnung geworfen habe, die er auch nach mehrmonatiger Trennung nicht habe verlassen wollen, habe er ihr gedroht, das werde sie noch bereuen. Das habe sie bis heute nicht. Seit dem Überfall aber habe sie Angst im Dunkeln.

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Das Urteil hat es am Ende weniger in sich als die Anklage. A. wird wegen Körperverletzung und Diebstahl zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Er ist nicht vorbestraft. Ob er wirklich einen Gegenstand in der Hand gehalten und so den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllt hat, ist fraglich. Da er die Handtasche erst deutlich nach den Schlägen genommen und die Benommenheit der Frau ausgenutzt habe, ist es aus Sicht des Gerichts auch kein Raub. 

Und auch einen Schwangerschaftsabbruch vermag am Ende nicht einmal mehr die Staatsanwaltschaft zu erkennen. Sowohl der einmalige Schlag auf den Bauch wie die nachfolgenden Tritte gegen den Oberschenkel hatten keine blauen Flecke hinterlassen. Und auch die durchnässte Hose des Opfers war nicht, wie von der Frau anfangs befürchtet, das Resultat einer geplatzten Fruchtblase, sondern eine Nebenwirkung der Todesangst. Dem Kind geht es gut. Damit das auch für die Mutter gilt, erneuert das Amtsgericht das Annäherungsverbot.

Von Stefan Behr

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