Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt
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Das Testcenter am Flughafen steht in der Kritik.

Reiserückkehrer

Frankfurt Flughafen: Mallorca-Rückkehrer warten seit Tagen auf Corona-Testergebnis

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Zum Ende der Sommerferien sind die Laborkapazitäten für Corona-Tests am Frankfurter Flughafen am Anschlag. Den Engpass gab es nur am Wochenende, sagt der Konzern.

  • Auch in Hessen müssen Reiserückkehrer lange auf ihre Corona-Tests waren.
  • Der Ansturm auf das Testzentrum am Flughafen Frankfurt ist größer als erwartet.
  • Reisen ärgern sich über lange Wartezeiten und zusätzliche Kosten.

Frankfurt - Nicht nur Bayern schafft es nicht, die Testergebnisse zeitnah zu kommunizieren. Auch die Kinder von FR-Leser Ralf Behr warten seit Tagen auf grünes Licht dafür, dass sie wieder in die Schule gehen dürfen. Sie waren am Samstagabend aus Mallorca zurückgekehrt und hatten sich direkt ins Testcenter am Frankfurter Flughafen begeben. Bis Mittwoch lag das Ergebnis nicht vor.

Ansturm auf Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt zu groß

Am Wochenende wurde der Ansturm auf die beiden Testcenter am Flughafen* zu groß, räumt Anne Hennecke, Pressesprecherin der Firma Centogene, auf FR-Anfrage ein. Da reichten die Labor-Kapazitäten nicht mehr aus, um innerhalb von 24 Stunden ein Testergebnis zu liefern. Grund war das Ende der Sommerferien plus die Hochstufung Spaniens zum Risikogebiet, sagt die Sprecherin. Das Unternehmen macht seit Wochen Tests für Selbstzahler im „Walk-in“ am Flughafen und betreibt dort gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) jetzt auch das zweite Center, in dem sich Rückkehrer aus einem Risikogebiet kostenlos testen lassen können.

Binnen 24 Stunden soll das Ergebnis online übermittelt sein. An diesem Ziel, sagt Hennecke, halte das Unternehmen fest. Aktuell werde die Frist wieder eingehalten. Das klappe, wenn im Durchschnitt 3500 bis 4000 Menschen den Service in Anspruch nähmen. Nicht aber, wenn es plötzlich doppelt so viele seien, so wie am Sonntag.

Schlechte Erfahrungen von Reiserückkehrern mit Testzentrum am Flughafen Frankfurt

Ralf Behr ist sauer: „Vermutlich können Tausende Reiserückkehrer ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen und Kinder können nicht zur Schule gehen, weil die Firma Centogene keine Testergebnisse liefern kann“, schimpft der FR-Leser. Das Unternehmen habe die Hotline abgeschaltet. „Wozu benötigt man eine Corona-App, wenn mutmaßlich zugelassen wird, dass im zeitlichen Verlauf solche Missstände bestehen?“

Über schlechte Erfahrungen mit dem Testzentrum berichtet auch Christian Loos. Der Frankfurter war am Freitag mit seiner schwangeren Frau und der zweijährigen Tochter aus Mallorca zurückgekommen. „Während wir auf unsere Koffer warteten, haben wir die News gelesen, dass das Robert-Koch-Institut Mallorca auch zum Risikogebiet erklärt hat.“ Den Mitarbeitern im Testcenter sei dies allerdings nicht bekannt gewesen, sagt der FR-Leser. Sie hätten der Familie den kostenlosen Test verweigert und sie weggeschickt.

Zuvor habe er mehr als eine Stunde mit seiner schwangeren Frau in der Warteschlange gestanden. „Umgeben von vielen Touristen, die eventuell aus viel gefährlicheren Gebieten einreisen“, sagt Loos. Zu Hause angekommen, sei es ihm nicht gelungen, anderorts einen Testtermin zum bekommen. „Jetzt haben wir den Ärger mit Quarantäne und müssen unnötige Kosten auf uns nehmen.“ (Von Jutta Rippegarther)*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Wegen der steigenden Infektionszahlen soll nun in Hessen die Maskenpflicht, etwa im ÖPNV, ohne Wenn und Aber durchgesetzt werden.

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