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Energieversorger Mainova investiert massiv in Klimaschutz und Netzausbau

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Von: Christoph Manus

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Am Westhafen in Frankfurt will Mainova ein Kraftwerk errichten, das mit Wasserstoff betrieben werden kann.
Am Westhafen in Frankfurt will Mainova ein Kraftwerk errichten, das mit Wasserstoff betrieben werden kann. © Michael Schick

Der Frankfurter Energieversorger Mainova will wachsen und klimafreundlicher werden. So soll etwa im Gutleutviertel ein wasserstofftaugliches Kraftwerk ein Kohlekraftwerk ersetzen.

Frankfurt – Der Energieversorger Mainova setzt seinen Wachstumskurs fort. Das Unternehmen will, wie Vorstandschef Constantin Alsheimer am Freitag bei der Vorstellung der Jahresbilanz ankündigte, in den kommenden fünf Jahren 1,8 Milliarden Euro in Netzausbau, Digitalisierung, Energiewende und neue Geschäftsfelder investieren.

Ein Schwerpunkt ist der Ausbau des Frankfurter Stromnetzes, das bis 2027 um 50 Prozent wachsen soll. Auch das Fernwärmenetz soll erweitert werden. Arbeiten sind etwa für den Bereich zwischen der Europäischen Zentralbank im Ostend und dem Industriepark Fechenheim geplant.

Mainova baut ein Rechenzentrum an der Gwinnerstraße in Frankfurt-Seckbach

Hoffnungen setzt der Energieversorger zudem auf das neue Geschäftsfeld Rechenzentren. Einen ersten Campus will das Unternehmen Ende 2023 an der Gwinnerstraße in Seckbach in Betrieb nehmen. In Hanau baut es mit den Stadtwerken ein Gasmotoren-Blockheizkraftwerk, das ab Oktober 2024 die Fernwärmeversorgung garantieren soll.

Mainova-Bilanz

Ein Konzernergebnis von 165,8 Millionen Euro vor Steuern weist der Frankfurter Energieversorger Mainova für das Jahr 2021 aus. Das ist ein Plus von 5,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Verbessert hat sich das Ergebnis in den Segmenten Stromversorgung (+21,8 Millionen Euro), Gasversorgung (+4,8 Millionen Euro) und Wasserversorgung (+1,9 Millionen Euro).
Schlechter als 2020 lief es im Bereich Erzeugung und Fernwärme (-33,8 Millionen Euro) und im Segment erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen (-0,9 Millionen Euro). Das Beteiligungsergebnis sank leicht.

Mainova führte 2021 einen direkten Wertbetrag von 131 Millionen Euro an die Stadt Frankfurt ab. Dieser gehört sie über die Stadtwerke-Holding zu 75,2 Prozent. cm

Der Energieversorger, der zu drei Vierteln der Stadt Frankfurt gehört, will – und soll nach Willen des Stadtparlaments – klimafreundlicher werden. Dazu wird er zum Beispiel ein wasserstofftaugliches Kraftwerk auf dem Gelände des mit Kohle betriebenen Heizkraftwerks West im Frankfurter Gutleutviertel errichten. Dieses soll im Jahr 2026 in Betrieb gehen und das alte Kraftwerk ersetzen. Alsheimer bezifferte die Investitionskosten auf mindestens 300 Millionen Euro.

Frankfurter Energieversorger Mainova investiert in Brandenburg in Sonnenkraft

In Brandenburg investiert Mainova in einen 60 Hektar großen Solarpark. Den Privatkund:innen liefert er seit Jahresbeginn nur noch Ökostrom.

Der Wachstumskurs geht mit einem Personalaufbau einher. In nur einem Jahr ist die Zahl der Beschäftigten um 104 auf 2957 gestiegen. Und Mainova ist weiter auf Personalsuche, insbesondere für den Netzausbau.

Frankfurter Energieversorger rechnet wegen Krieg und dessen Folgen mit schlechterem Ergebnis

Getrübt wird der Ausblick durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine und dessen wirtschaftliche Folgen; Alsheimer rechnet bereits jetzt mit einem schlechteren Jahresergebnis als im Vorjahr. Schließlich sieht er die gesamte Energiewirtschaft vor riesigen Herausforderungen. So sei es etwa eine „große Kraftanstrengung“ bis 2024 unabhängig von Gas aus Russland zu werden. Zumal mögliche Alternativen schon wegen längerer Transportwege teurer seien. Auch für russische Kohle sucht Mainova nach Ersatz. Zurzeit teste man Mixturen mit Kohle aus anderen Ländern.

Die Mainova hatte zum Jahresbeginn die Preise für Erdgas erhöht und wenig später einen sehr teuren Neukundentarif in der Grund- und Ersatzversorgung geschaffen. Dessen Preise hat sie nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Frankfurt zwar senken müssen. Gegen diese Entscheidung geht das Unternehmen aber vor,

Von direkten Konsequenzen des in der Ukraine-Krise nun noch deutlich stärker gestiegenen Gaspreises auf die Privatkund:innen war am Freitag noch nicht die Rede. In ein, zwei Jahren könne aber einiges auf diese zukommen, hieß es.

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