+
Der Mainkai, Straße am nördlichen Mainufer in Höhe des Eisernen Stegs soll für den Autoverkehr gesperrt werden.

Innenstadt

Frankfurt: Mainkai soll nach Sperrung Erlebnisraum werden

Der Mainkai wird ab dem 2. August gesperrt - um einen „Erlebnisraum“ zu schaffen.

Frankfurt - Von einer Sperrung der nördlichen Mainuferstraße spricht Dorothee Allekotte vom Straßenverkehrsamt nicht mehr. Als sie den Stadtverordneten im Verkehrsausschuss den einjährigen Verkehrsversuch von 2. August 2019 bis 30. August 2020 vorstellt, nutzt sie ein positives Framing. Es sei „die Öffnung des Straßenraumes für die Fußgänger und Radfahrer“.

Von Beginn des Mainuferfests 2019 bis zum Ende des Museumsuferfests 2020 dürfen keine Autos mehr über den Mainkai und den Untermainkai fahren. Von der Untermainbrücke bis zur Straße Zum Pfarrturm kurz vor der Alten Brücke wird das Mainufer gesperrt. Zum Pfarrturm dürfen weiterhin Reisebusse fahren, um Touristen hinauszulassen. Feuerwehr und Polizei würden die Sperrung nur bei Einsätzen, nicht regelmäßig überwinden. Damit sie durchkommen, würden Schranken angebracht, die von großen Betonpollern beziehungsweise „Legosteinen“ ergänzt würden, zum Schutz vor Terrorismus. Das Konzept für die Sperrung hat das Büro Albert Speer und Partner entwickelt. Rund 20 000 Autofahrer am Tag müssen sich einen anderen Weg suchen, oder auf Bus und Bahn, Fahrrad und Roller umsteigen,

Cafés dürfen Stühle rausstellen

Eine blanke Straße, eingegrenzt von Betonpollern, will das Straßenverkehrsamt nicht. „Wir wollen einen Erlebnisraum schaffen“, sagt Allekotte. Den Restaurants und Cafés biete die Stadt an, draußen mehr Stühle und Tische aufzustellen. Blumenhändler dürften ihre Stände aufstellen; während der Buchmesse könnte es einen mobilen Büchermarkt geben. Auch würden „grüne Zimmer“ aufgestellt, das sind Pflanzenwände mit Sitzbänken; kleine, schattige Oasen. Auch von einem „Tango-Deck“ spricht Allekotte, auf welchem Tänzer willkommen seien, auch wenn die Musik wohl nicht allzu laut schallen soll, mit Rücksicht auf die Anwohner. „Es fahren 20 000 Autos weniger. Wir wollen, dass die Menschen am Main die Ruhe genießen“.

Die FDP im Römer, welche die Mainkai-Sperrung befürwortet, rechnet mit Mehrverkehr in der Innenstadt. In einer parlamentarischen Anfrage bittet sie darum, zu prüfen, ob weitere Linksabbiegemöglichkeiten zur Entlastung geschaffen werden könnten; für Fahrzeuge, die nach Norden auf der Kurt-Schumacher-Straße fahren, nach links in die Berliner Straße; sowie für Fahrzeuge, die nach Westen auf der Schönen Aussicht fahren, nach links auf die Alte Brücke.

Lesen Sie auch: Mainkai-Sperrung - Fahrer müssen sich neue Routen suchen

Wo die Autos während der einjährigen Sperrung, deren Verlängerung die Stadtverordneten nach Ablauf beschließen müssten, entlang fahren, wird das Straßenverkehrsamt ermitteln. Dazu werden sieben mögliche Ausweichrouten überprüft, mithilfe der Daten von Navigationsgeräten.

Im März 2018 wurde die Verkehrssituation an zehn Knotenpunkten erfasst, diese 24-Stunden-Zählung werde im März 2020 wiederholt. Auch daraus wird das Straßenverkehrsamt die Auswirkungen und Verlagerungen ableite. Damit der Verkehr besser fließt, würden einige Ampeln angepasst, sagt Dorothee Allekotte. Die Kosten der Sperrung betragen 83 600 Euro; davon 38 800 Euro für 17 Stellplätze im Parkhaus Dom/Römer, welche die Stadt für die Anwohner berappen muss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare