1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Magistrat lotet Bau der Oper an Neuer Mainzer Straße aus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Bis Oper und Schauspiel neu gebaut sind, werden etwa zehn bis zwölf Jahre vergehen. Foto: Rolf Oeser
Bis Oper und Schauspiel neu gebaut sind, werden etwa zehn bis zwölf Jahre vergehen. © Rolf Oeser

In Frankfurt ist die Theaterdoppelanlage marode. Oper und Schauspiel sollen neu gebaut werden. Nun stehen Verhandlungen über ein Grundstück an.

In Frankfurt will der Magistrat mit der Hessischen Landesbank (Helaba) über den Kauf eines Areals für die Oper verhandelt. Der Helaba gehört das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße 47–51, wo sich ein möglicher Standort für die Oper Frankfurt befindet.

Dieser Standort wird in Verbindung mit einem Neubau des Schauspiels am Willy-Brandt-Platz als Variante 2 beziehungsweise Kulturmeile bezeichnet – letzteres, weil sich mehrere Kultureinrichtungen entlang der Wallanlage befinden.

Wie aus einem Magistratsbericht hervorgeht, der auf eine Anfrage der AfD im Römer Auskunft gibt, sieht der Magistrat für die Variante 2 „Vorteile und Potenziale“. Für die Verhandlungen mit der Helaba sei ein Beschluss des Magistrats nötig, heißt es im Bericht.

Vorlage im Geschäftsgang

Die entsprechende Magistratsvorlage sei bereits im Geschäftsgang, sagte die Sprecherin im Kulturdezernat, Jana Kremin. Bis Sommer 2022 sollen die Verhandlungen mit der Helaba laut Bericht weit fortgeschritten oder abgeschlossen sein.

Damit treibt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) unter anderem die von ihr favorisierte Variante 2 weiter voran. „Die Kulturmeilen-Idee ist eine besonders reizvolle Weiterentwicklung für den Stadtraum und die Bühnen, aber wir halten uns ausdrücklich alle drei Optionen offen“, sagte sie.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte im Interview mit der Frankfurter Rundschau schon von einer „Vorentscheidung“ für die Variante 2 gesprochen. Die Variante 2 würde laut Stabsstelle Städtische Bühnen 811 Millionen Euro kosten. Hinzu kämen die Kosten für den Erwerb des Grundstücks an der Neuen Mainzer Straße.

Von den fünf untersuchten Standorten nimmt der Magistrat dem Koalitionsvertrag folgend nur die Varianten 1, 2 und 4 in die engere Wahl. Bei Variante 1 bliebe die Oper am Willy-Brandt-Platz, das Schauspiel zöge gegenüber in die Wallanlagen (Kosten: 859 Millionen Euro).

Bei Variante 4 würde die Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz neu gebaut (Kosten: 891 Millionen Euro). Die Variante 5 mit einer Theaterdoppelanlage am Osthafen und die Variante 3 mit der Oper am Willy-Brandt-Platz und dem Schauspiel auf dem Opernplatz werden nicht weiter verfolgt.

Der Magistrat betont im Bericht: „Die Standortentscheidung ist im demokratischen Diskurs zu treffen.“ Alle Fraktionen im Römer bekämen Informationsangebote, um die Meinungsbildung zu fördern. Mit Stiftungen, der Wirtschaft und Investoren könne im Rahmen der anstehenden Verhandlungen über eine Beteiligung an den Kosten verhandelt werden. Ein Verkauf von städtischen Liegenschaften zur Querfinanzierung sei nicht geplant.

Nach der Standortentscheidung soll ein Architektenwettbewerb folgen. Das Projekt weiter aufzuschieben, würde über kurz oder lang den Spielbetrieb gefährden. Geringere Kosten seien dadurch nicht zu erwarten.

Insgesamt wird mit einer Projektlaufzeit von zehn bis zwölf Jahren gerechnet. Fertig wäre ein Neubau von Oper und Schauspiel voraussichtlich Mitte der 2030er Jahre. Eine Sanierung der maroden Theaterdoppelanlage hatten die Stadtverordneten mehrheitlich abgelehnt.

Auch interessant

Kommentare