Hier in Bockenheim sollen Wohnungen entstehen. Künftig gelten für deren Bau neue Regeln. Foto: Monika Müller
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Hier in Bockenheim sollen Wohnungen entstehen. Künftig gelten für deren Bau neue Regeln. 

Wohnen in Frankfurt

Frankfurt macht strengereVorgaben für Investoren

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Stadt Frankfurt legt neue Förderquoten für Wohngebiete fest. Sie will Investoren zudem zum Bau von Kitas und Schulen zwingen. Das soll auch die Bodenpreise dämpfen.

Der Frankfurter Magistrat hat am Freitag weitreichende neue Regeln für die Entwicklung von Wohnbauland festgelegt. Stimmt das Stadtparlament den Plänen zu, bekommen Investoren strengere Vorgaben, was sie auf einem Grundstück, für das ein Bebauungsplan erstellt wird, errichten dürfen.

Die Stadt wird, sobald der sogenannte Baulandbeschluss in Kraft tritt, zudem bis zu zwei Drittel der Bodenwertsteigerung abschöpfen. Die Investoren werden in Höhe dieser Summe zum Beispiel Kitas, Grundschulen und Jugendhäuser errichten müssen. Das soll auch dazu beitragen, dass die Bodenpreise gedämpft werden. Denn Projektentwickler werden, so die Überlegung, nicht länger bereit sein, extrem hohe Grundstückspreise zu zahlen, wenn sie wissen, unter welchen strikten Bedingungen sie diese bebauen dürfen.

Schon bisher müssen Investoren, dort wo die Stadt einen neuen Bebauungsplan aufstellt, zu 30 Prozent geförderten Wohnraum errichten. Nun wird festgelegt, dass es sich dabei jeweils zur Hälfte um Sozialwohnungen und um Mittelstandswohnungen handeln muss. Fixiert wird auch, dass 15 Prozent der durch den Bebauungsplan neu oder zusätzlich ermöglichten Bruttogrundfläche für Wohnen für Projekte des gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus zur Verfügung gestellt werden müssen. Künftig haben Investoren zudem zu 15 Prozent freifinanzierte Mietwohnungen und zu zehn Prozent preisreduzierte Eigentumswohnungen zu errichten. Nur 30 Prozent der Fläche dürfen die Entwickler also noch bebauen wie sie wollen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) nennen den Magistratsbeschluss ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen sozialgerechten Stadtentwicklung und sprechen von einer zentralen Weichenstellung für die künftige Baulandpolitik. „Durch frühzeitige Grundvereinbarungen mit den Eigentümern für neues Wohnbauland wird die Bodenpreisentwicklung gedämpft und auf ein realistisches Maß zurückgeführt“, sagt Josef. Die Stadt gehe zudem einen wichtigen Schritt zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum. Schneider stellt heraus, dass der Baulandbeschluss der Stadt zudem helfe, die dringend erforderlichen Flächen für den Bau von Schulen und anderer sozialer Infrastruktur zu gewinnen.

Durchsetzen kann die Stadt die Vorgaben nur, wo Bebauungspläne geschaffen oder verändert werden. Sie will aber zumindest versuchen, diese auch bei größeren Projekten in anderen Arealen zur Anwendung zu bringen.

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