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Kultur in der Stadt

Lyrikszene in Frankfurt fordert mehr Geld

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Auf dem Festivalkongress Fokus Lyrik im März gibt es Lesungen und Diskussionen.

Große Erwartungen sind an den Festivalkongress Fokus Lyrik geknüpft. Vier Tage lang kommen im März die wichtigsten deutschsprachigen Dichter zusammen, um über den Lyrikbetrieb zu diskutieren. 124 Teilnehmer, neben Dichtern Buchhändler, Literaturwissenschaftler, Kritiker, Verleger, sprechen auf Einladung des Frankfurter Kulturamts darüber, was Lyrik heutzutage ausmacht, wie sie sich verkaufen lässt, wie ein Dichterleben zu finanzieren ist. Kuratiert hat das Tagesprogramm der Lyriker Tristan Marquardt.

Dichter lebten zumeist noch unter prekären Bedingungen und seien auf Preise oder Nebentätigkeiten angewiesen, sagte der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Bernd Busch. „Drei Viertel der Dichter leben unterhalb der Armutsgrenze“, sagte Busch. „Das können wir in dieser Form eigentlich nicht länger tolerieren.“ Vom Festivalkongress Fokus Lyrik in Frankfurt soll ein Signal an die Politik ausgehen.

„Das Thema muss in den politischen Raum, in die politische Öffentlichkeit hinein“, sagte Friederike Tappe-Hornbostel von der Kulturstiftung des Bundes. Die Veranstaltung soll zum Meilenstein für die Vernetzung des Lyrikbetriebs werden. Mit 208 000 Euro Fördermitteln ermöglicht die Kulturstiftung des Bundes, dass die Teilnehmer den gesamten Zeitraum von vier Tagen in Frankfurt bleiben könnten. Das städtische Kulturamt gibt weitere 41 600 Euro hinzu - das entspricht 20 Prozent der Bundesmittel. Es seien Mittel, die sonst für die Frankfurter Lyriktage zur Verfügung gestanden hätten, sagte die Leiterin des Festivalkongresses, Sonja Vandenrath vom Kulturamt. Die Lyriktage fielen zugunsten des Festivalkongresses aus. „Unsere Hoffnung ist, die Lyrik in die Öffentlichkeit zu transportieren“, sagte sie. Dafür sei ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm geplant, kuratiert von der Dichterin Monika Rinck.

Zur Eröffnung spielt die Saxofonistin Angelika Niescier am Donnerstag, 7. März, 20 Uhr, in der Evangelischen Akademie in Begleitung von fünf lyrischen Stimmen. Die Lesung „Funkverbindung Lyrik“ führt am Freitag, 8. März, 20 Uhr, durch die Ausstellung zu Cady Noland im Museum für Moderne Kunst. Eine Ringvorlesung geht der Geschichte der deutschsprachigen Lyrik von ihren Ursprüngen bis heute nach, im MMK, am Samstag, 9. März, von 10 bis 17.45 Uhr. Zum Abschluss am 10. März wollen die Teilnehmer ihre Forderungen konkretisieren.

Festivalkongress Fokus Lyrik im Überblick

Der Festivalkongress Fokus Lyrik findet von 7. bis 10. März in Frankfurt statt. Veranstaltungsorte sind die Evangelisch Akademie (Römerberg 9), der Frankfurter Salon (Braubachstraße 32), das Haus am Dom (Domplatz 3), die Jugendkulturkirche Sankt Peter (Bleichstraße 33), das Künstlerhaus Mousonturm (Waldschmidtstraße 4), das Museum für Moderne Kunst (Domstraße 10).

Ein Festivalpass für alle vier Tage kostet 30 Euro, 25 Euro ermäßigt. Es gibt auch Tagestickets. Alle Termine unter fokuslyrik.de fle

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