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Wer fährt denn da? Stadtrat Klaus Oesterling (Mitte) mit Entourage.

Radfahrer

Lücke im Radweg schließen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Stadtrat Oesterling will das Querparken auf der Friedberger Landstraße beseitigen. Das hatte der Radentscheid vorgeschlagen.

Am Mittwochmittag setzte sich am Börneplatz ein Fahrradkorso aus Stadtpolitikern und Fahrradfreunden in Bewegung, um den neuen Radweg entlang der Friedberger Landstraße zu feiern. Der ist nun 1,7 Kilometer lang, beginnt an der Schönen Aussicht am Main und führt über die Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße und die Friedberger Landstraße bis zum Friedberger Platz im Nordend. „Früher war diese Strecke für Radfahrerinnen und Radfahrer zu gefährlich. Nun nehmen erfreulicherweise viele den Radweg gut an“, sagte Heiko Nickel vom Radentscheid Frankfurt.

Wäre da nicht diese Lücke. Sie liegt zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz und ist rund 250 Meter lang. „Diese Lücke ist und bleibt eine Gefahr“, betonte Nickel. Denn dort endet der Radweg abrupt. Schützende Markierungen oder Trennelemente fehlen. Radfahrerinnen und Radfahrer müssen im fließenden Verkehr mitfahren. „Diese Lücke haben wir damals nicht weg verhandelt bekommen“, räumte Nickel ein, der als einer der Vertrauensleute den Radentscheid-Kompromiss mit Verkehrsdezernat und Koalition aushandelte. „Aber uns war klar, dass diese Lücke nicht lange Bestand haben kann“, sagte er.

Radwege

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss im August 2019 den Koalitionsantrag zur „Fahrradstadt Frankfurt“, der mit der Initiative Radentscheid Frankfurt ausgehandelt worden war. Bis 2023 sollen 45 Kilometer Radwege sowie fahrradfreundliche Nebenstraßen gebaut und zahlreiche Kreuzungen umgebaut werden.

Umgesetzt wurden bereits Abschnitte entlang der Friedberger und Hanauer Landstraße und an mehreren Kreuzungen auf dem Alleenring sowie am Opernplatz. fle

Dieser Ansicht schloss sich auch der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an. „Ich persönlich finde den Vorschlag, den der Radentscheid gemacht hat, sympathisch“, erklärte er. Die Planungen des Radentscheids sehen vor, den Straßenraum zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz neu aufzuteilen. Der Fußweg nach Norden wäre 2,5 Meter breit. Der Radweg 2,3 Meter. Neben den parkenden Autos kämen 50 Zentimeter Sicherheitsabstand hinzu. Die Autos parkten nicht mehr quer, sondern längs. „Das Querparken ist Platzverschwendung“, sagte Nickel. „Die Lücke kann nicht bleiben, wie sie ist“, erklärte Oesterling. Er kündigte an, die Planungen des Radentscheids im Ortsbeirat vorstellen zu wollen und das Votum des Ortsbeirats zum Abschaffen des Querparkens abzuwarten.

Bis es zum möglichen Umbau des Straßenraums kommt, bleibt es den Radfahrerinnen und Radfahrern überlassen, sich in den fließenden Verkehr einordnen oder nach Norden über die Rotlintstraße auszuweichen. Bei der Beschilderung des Radnetzes im Nordend werde diese Verbindung angezeigt, sagte Oesterling.

Für den Radweg zwischen Schöner Aussicht und Friedberger Platz wurden dem Autoverkehr zwei der früheren vier Spuren entzogen. „Damit tragen wir dem veränderten Verkehrsverhalten Rechnung“, so der Stadtrat. „Der Radverkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen und hat deshalb ein Recht auf mehr Platz.“ Da der Stadtraum insbesondere in Gründerzeitvierteln begrenzt sei, gehe das zu Lasten des Autoverkehrs.

Die rote Farbe für den Radweg wurde übrigens per Handarbeit aufgebracht, Maschinen können das bislang noch nicht. Bei der Farbe handelt es sich um eine Reibe-Kaltplastik.

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