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Gebaut wird in Frankfurt viel. Doch zum größten Teil entstehen sehr teure Wohnungen, wie hier im Grand Tower am Skyline Plaza. Foto: Peter Jülich
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Gebaut wird in Frankfurt viel. Doch zum größten Teil entstehen sehr teure Wohnungen, wie hier im Grand Tower am Skyline Plaza.

Wohnungsbau

Frankfurt: Lösungsansätze für eine Stadt für alle

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Um Auswege aus der Wohnungskrise geht es bei einer Diskussion des Frankfurter Domkreises. Einige auf dem Podium fordern eine radikal andere Politik.

Was hilft gegen steigende Mieten, was schützt vor Verdrängung? „Bauen, bauen, bauen“, wie das Peter Feldmann (SPD) im Jahr 2012 erfolgreich im OB-Wahlkampf propagierte, ist jedenfalls das falsche Rezept, findet Conny Petzold vom Verein „Mieter helfen Mietern“. Diese Politik sei gescheitert. Die Wohnungssituation habe sich sogar noch verschlechtert, sagt sie bei einer Diskussion zum Thema „Wohnen für Alle“, zu der der Domkreis Kirche und Wissenschaft eingeladen hat. Es sei in einer räumlich begrenzten Stadt gar nicht möglich, so viel zu bauen, dass die Mieten sinken, sagt sie. Investoren wollten zudem Geld verdienen, nicht günstigen Wohnraum schaffen.

Gebaut werde viel, aber nicht unbedingt das Richtige, sagt Gaby Hagmans vom Caritasverband Frankfurt in dem von FR-Redakteur Georg Leppert moderierten, von mehr als 100 Zuschauer:innen per Livestream verfolgten Gespräch. Die Zahl der Sozialwohnungen sinke weiter; zugleich hätten mehr Haushalte Anspruch auf eine solche Wohnung.

„Wir müssen mehr Gas geben“, sagt der Frankfurter Baudezernent Jan Schneider

Entscheidend sei nicht wie viel, sondern für wen gebaut werde, sagt auch Susanne Heeg, Professorin für Humangeographie an der Goethe-Uni. Viele Menschen in Frankfurt könnten sich die Mieten nicht mehr leisten, sagt sie. Gerade Gruppen, die in der Corona-Krise extrem wichtige Arbeit leisteten, wie die Pflegerinnen und Pfleger hätten massive Probleme. Doch die öffentlichen Wohnungsgesellschaften schafften immer noch zu wenig Wohnraum für diese Schichten.

„Neubau alleine löst die Probleme nicht“, sagt auch Jan Schneider, Frankfurter Baudezernent und CDU-Vorsitzender. Es sei trotzdem nötig, das Wohnungsangebot zu erhöhen. Schneider wirbt dafür, Bebauungspläne rascher fertigzustellen. „Wir müssen mehr Gas geben.“

Frankfurt: Planungsdezernent Mike Josef will höhere Sozialquoten

Planungsdezernent Mike Josef, SPD-Spitzenkandidat zur Kommunalwahl, kritisiert, alle Parteien forderten mehr Wohnungen, aber außer seiner Partei sage niemand, wo sie entstehen sollten. Auch für ihn sei entscheidend, was gebaut werde. Deshalb habe die Stadt ja auf Druck der SPD im Baulandbeschluss hohe Quoten für geförderten Mietwohnungsbau und gemeinschaftliche und genossenschaftlichen Wohnraum festgeschrieben, die die SPD noch erhöhen will. Sie stehe für eine soziale Durchmischung, wie diese etwa beim Projekt Günthersburghöfe im Nordend entstehen könne, das er als Antwort auf die ökologische und die soziale Frage bezeichnet.

Petzold widerspricht. Maximal 500 günstige Wohnungen entstünden dort, aber sehr viele teure. Sie wirbt dafür, nur die versiegelten Flächen im Areal zu bebauen – und diese nur mit gefördertem Wohnraum. Ohnehin vertritt sie die Ansicht, dass eine Linderung des Wohnungskrise nur mit einer Kehrtwende zu erreichen ist. Sie setzt sich etwa dafür ein, dass die ABG nur geförderten Wohnraum errichtet.

Der Caritasverband Frankfurt kämpft für einen Mietenstopp

Auch Heeg sieht die Chance für eine Veränderung nur, wenn die Stadt eine aktive Bodenpolitik betreibt und Akteure ohne Renditeinteresse Wohnungen bauen, also etwa Genossenschaften. Hagmans kämpft für einen „Mietenstopp“. Die Mieten sollen in angespannten Wohnungsmärkten höchstens um fünf Prozent in fünf Jahren steigen dürfen.

Für eine solche Begrenzung der Mietanstiege setzt sich auch Josef schon lange ein. Für Schneider kommt sie nicht infrage. Zumal die Stadt solch einen Mietendeckel ohne Änderung der Rechtslage gar nicht beschließen könne. Er hält es für wichtig, dass die Stadt nicht nur Mietwohnungen fördert. Es sei wichtig, dass sich junge Familie eine Eigentumswohnung in Frankfurt leisten könnten, sagte er.

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