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Frankfurt: Lösungen für Musikbunker gesucht

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Von: Sandra Busch

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Im Bunker am Marbachweg proben Musikerinnen und Musiker.
Im Bunker am Marbachweg proben Musikerinnen und Musiker. © Monika Müller

Nachdem Mieterinnen und Mietern gekündigt worden ist, diskutiert der Kulturausschuss über den Ankauf des Bunkers und über Alternativen.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) spricht von einer „misslichen Situation“. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat den Mieterinnen und Mietern des Bunkers am Marbachweg zum Ende des Jahres gekündigt. Musikerinnen und Musiker nutzen ihn als Proberaum. Dietrich Krüger, einer der rund 50 Mieter:innen, warb am Donnerstagabend im Kulturausschuss bei den Stadtverordneten dafür, dass „die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch macht“ und den Bunker erwerbe. „Es gibt wenige Kulturstätten in Frankfurt, in denen wir proben können.“

Hartwig bedauerte, dass die Musikerinnen und Musiker „in diese Situation gekommen sind“. Das Kulturamt stehe in Kontakt zur Bima und prüfe einen Ankauf. Eine Lösung könne auch sein, einen der fünf Bunker zu ertüchtigen, die die Stadt vor einigen Jahren erworben habe. „Das könnte mittelfristig aus der Klemme helfen.“ Doch dafür sei eines nötig: „Wir brauchen zusätzliches Geld.“ 1,15 Millionen Euro würden anfallen, einen Bunker zu ertüchtigen. Das müssten die Stadtverordneten beschließen.

Dass den Musikerinnen und Musikern geholfen werden muss, darüber waren sich alle fraktionsübergreifend einig, Linke, BFF-BIG und CDU hatten bereits Anträge zu einem Kauf des Bunkers gestellt. Auch Sylvia Momsen (Grüne) plädierte dafür, „um den Bunker zu kämpfen“.

Doch selbst bei einem Kauf müsste der Bunker ertüchtigt werden. Denn Grund für die Kündigung sind Brandschutzmängel. „Die Ertüchtigung eines Bunkers – ob einer im Besitz der Stadt oder der am Marbachweg – geht nicht von heute auf morgen“, sagte die Leiterin des Kulturamts, Sybille Linke. Mit dem Amt für Bau und Immobilien werde über kurzfristige Lösungen gesprochen. Auch stelle die Stadt 150 Probenräume zur Verfügung. „Aber die sind gut ausgelastet, da kann man nicht davon ausgehen, dass dort mal eben ein Raum zur Verfügung steht.“ Dennoch sollten sich die Mieterinnen und Mieter an das Kulturamt wenden. „Wir prüfen, ob im Einzelfall doch etwas geht“, sagte Linke.

Um zunächst Zeit zu gewinnen, schlug Jutta Ditfurth (Ökolinx) vor zu versuchen, die Kündigungsfrist um drei Monate zu verlängern. Sie kritisierte, dass Brandschutzbestimmungen häufig als Vorwand verwendet würden, um ein Gebäude „plötzlich privat zu verkaufen oder anders zu nutzen“.

Sie verwies auch auf den Glauburgbunker. „Er wurde an einen Investor verkloppt, der Luxuswohnungen baut. Davon gibt es genug in Frankfurt“, sagte sie. „Da wurde eine Chance verpasst.“

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