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Der Abgang zur B-Ebene der Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt könnte mit seiner Zwischenebene ein Ort für Veranstaltungen werden. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht von einer städtischen Arena.
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Der Abgang zur B-Ebene der Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt könnte mit seiner Zwischenebene ein Ort für Veranstaltungen werden. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht von einer städtischen Arena.

Innenstadt

Frankfurt: Was geschieht mit dem Loch an der Hauptwache?

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Planungsdezernent Mike Josef wirbt in Frankfurt für eine schnelle kleine Lösung zur Belebung des Platzes an der Hauptwache. Einen Deckel für den Abgang zur B-Ebene soll es nicht geben.

Frankfurt - Der riesige Treppenabgang, der von der Frankfurter Hauptwache zur B-Ebene der U- und S-Bahn-Station führt, soll keinen Deckel erhalten, sondern so verändert werden, dass er etwa für kleine Veranstaltungen genutzt werden kann. Das schlägt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) in einer Vorlage zur Umgestaltung des zentralen Innenstadtplatzes vor, die am Freitag (1.10.2021) auf der Tagesordnung des Magistrats steht.

Stimmen die Stadtregierung und die Stadtverordneten zu, ist eine große bauliche Lösung für die Hauptwache, die das Stadtparlament noch im Sommer 2010 favorisierte, vom Tisch. Josef wirbt stattdessen für kleinere bauliche Eingriffe und eine schnelle Lösung, um rasch mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Neue Bäume sollen gepflanzt, neue Bänke und schattenspendende Elemente aufgestellt werden. Eine erste Ideenskizze hat das Stadtplanungsamt bereits vorgelegt.

Loch an Hauptwache in Frankfurt könnte Ort für Konzerte und Kleinkunst werden

Konkretisiert werden sollen die Pläne mit Beteiligung der Bürgerschaft. Diese Bürgerbeteiligung soll möglichst Anfang 2022 beginnen. Erste Veränderungen auf dem zentralen Platz sollen in etwa einem Jahr sichtbar sein.

„Man braucht keinen Deckel, um die Hauptwache aufzuwerten“, sagte Josef am Mittwoch (29.09.2021) im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Eine Idee des sehr großen Treppenabgangs sei es einst gewesen, Sonne und Licht in die B-Ebene zu bringen. Und das sei ja weiterhin sinnvoll, sagte Josef. Zumal es der Planungsdezernent für möglich hält, die Zwischenebene als eine Art städtische Arena, als Bühne für Musik, Kleinkunst und Theater zu nutzen. Kulturelle Angebote gebe es in dem Bereich mit dem Dialogmuseum und dem Momem, einem Museum für elektronische Musik, das bald öffnen soll, ja bereits, sagte Josef. Das Loch soll der Vorlage nach für diesen Zweck in Teilen neu gestaltet werden. Vorgesehen ist etwa, dass der sogenannte „Apothekenhügel“ zurückgebaut wird.

Planungsdezernent Josef hält einen Deckel für das Loch an der Hauptwache für teuer und unnötig

Gegen die Deckelung des Lochs an der Hauptwache, die etwa die CDU im Römer weiterhin fordert, sprechen für Josef zudem die dafür veranschlagten Kosten. Diese könnten der Vorlage nach zwischen 77 und 234 Millionen Euro liegen. Es sei fraglich, ob eine Investition in dieser Größenordnung in Zeiten knapper Kassen zu vermitteln sei, sagte Josef. Der Bau des Deckels sei zudem aus statischen Gründen schwierig und wahnsinnig aufwendig.

Der Planungsdezernent weist zudem darauf hin, dass die Arbeiten an dieser großen Lösung erst beginnen könnten, sobald die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die Sanierung und Ertüchtigung der unterirdischen Ebenen des Platzes beendet haben. Diese wird aber nach einer vorläufigen Terminplanung mindestens bis 2030 dauern. Noch einmal bis zu 15 Jahre Stillstand seien aber keine gute Lösung, sagte Josef der Frankfurter Rundschau.

Die Treppenanlage an der Katharinenkirche in Frankfurt soll verkleinert werden

Prioritär ist für den Planungsdezernenten, dass der Platz grüner und schattiger wird und mehr Möglichkeiten zum Verweilen ohne Konsumzwang bietet. Außer dem Rückbau des Apothekerhügels schlägt auch er aber durchaus weitere bauliche Schritte vor. In Absprache mit der VGF soll der Aufzug, der bisher nur C- und B-Ebene verbindet, nach oben verlängert werden. Die Treppenanlage, die von der Katharinenkirche in die B-Ebene führt, soll verkleinert werden. Der Traffiq-Pavillon wird den Plänen nach abgerissen. Was genau diese Arbeiten kosten könnten, hat das Planungsdezernat noch nicht überschlagen.

Mit der künftigen Gestaltung des Bodenbelags an der Hauptwache hat sich das Dezernat noch nicht befasst. Dass auch in diesem Bereich etwas passieren muss, gilt aber als klar. Noch im Februar hatten der damalige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und Josef zudem angeregt, dass wieder eine Straßenbahn über die Hauptwache führt. Das will Josef aber nicht weiter verfolgen. Sie sei an dieser Stelle nicht unbedingt nötig, sagt er inzwischen.

Die Neugestaltung der Hauptwache ist für Mike Josef nur ein Baustein für eine attraktivere Innenstadt

Josef sieht die Neugestaltung der Hauptwache als einen Baustein, um die Innenstadt in Zeiten der Corona-Krise und des Strukturwandels an der Zeil, wo die großen Warenhäuser immense Probleme haben, attraktiver zu machen. Dazu untersucht das Dezernat derzeit unter anderem, wie in der immer noch vom Einzelhandel geprägten City eine größere Nutzungsmischung entstehen kann. Konkret geht es etwa um die Zukunft des Karstadt-Areals. (Christoph Manus)

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