Lockerungen

Frankfurt: CDU und Linke wollen Kitas für alle Kinder öffnen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Im Frankfurter Römer gibt es Streit um die Öffnung der Kitas. Bildungsdezernetin Sylvia Weber (SPD) baute zunächst auf Vorgaben des Landes. Jetzt steht sie in der Kritik.

Die CDU-Fraktion im Frankfurter Römer fordert, die Familien zu Hause zu entlasten und schnell die Kitas wieder für alle Kinder zu öffnen. „Die Kategorisierung der Kinder nach den Berufen der Eltern oder nach Systemrelevanz sind aufzuheben, alle Kinder sind relevant“ sagt Sabine Fischer, bildungspolitische Sprecherin der CDU. „Das Rahmenkonzept für die Wiederöffnung muss jetzt schnell vorgelegt werden.“ Die Eltern bräuchten eine Perspektive für ihre jeweilige Betreuungssituation.

Bisher wird in den Kitas nur eine Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen angeboten. Ab 2. Juni sollen die Kitas weiter geöffnet werden. Ein Konzept dafür liegt noch nicht vor. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagte am Montag im Bildungsausschuss, sie habe auf Vorgaben des Landes gewartet, doch das habe vergangene Woche die Verantwortung an die Kommunen übertragen und wenig Anweisungen gegeben. Weder zu Gruppengrößen noch dazu, nach welchen Kriterien die Restplätze verteilt werden sollten. Die Stadt habe zwar schon vorgearbeitet, nun werde ein Konzept bis Freitag erstellt. Fischer meint, Weber hätte sich schon mehr Gedanken machen müssen und auf die Lockerungen vorbereiten sollen.

Auch die Fraktion der Linken sieht Versäumnisse der Dezernentin. Das Konzept komme viel zu spät, moniert Stadtverordnete Ayse Dalhoff. Die Kita-Leitungen hätten schon längst begonnen, selbst Handhabungen zu schaffen. „Das ist lobenswert, bringt aber eine große Ungleichheit mit sich. Die Dezernentin hätte schon längst aktiv werden müssen.“ Neben den Hygienekonzepten würden klare Orientierungslinien, eine Bestandsaufnahme der Kapazitäten und gerechte Kriterien für eine faire Verteilung der knappen Betreuungsplätze gebraucht. „Es darf um die Plätze kein Hauen und Stechen geben.“

Die Linke stellt sich hinter die Elterninitiative „Familien in der Krise“, die sich am Montag vor dem Bildungsausschuss für eine Kita-Öffnung für alle Kinder und mehr Präsenzunterricht an Schulen einsetzte, am Dienstag deswegen vor dem Landtag demonstrierte. Auch die SPD unterstützt die Initiative. „Die Hauptlast bleibt nach wie vor an den Eltern im Homeschooling hängen, obwohl die Arbeitgeber inzwischen zunehmend fordern, dass Eltern zurück an den Arbeitsplatz kommen“, sagt Stadtverordnete Kristina Luxen. Dennoch ändere sich nichts an der Prioritätensetzung: „Möbelhäuser machen verkaufsoffene Sonntage und Eltern sitzen um 5.30 Uhr am Schreibtisch. Diese Verschiebung der Prioritäten ist nicht hinnehmbar.“ Bei den Kitas setzt die SPD auf das Konzept der Dezernentin, „die im Ausschuss eine einheitliche Regelung in Absprache mit allen Trägern angekündigt und eine umfängliche Betreuung in Aussicht gestellt hat“, sagt Stadtverordnete Milkica Romic .

Um die Vorgaben zur Hygiene in Kitas umsetzen zu können, schlägt die CDU vor, zusätzliche Räume etwa von Bürgerhäusern, Gemeindesälen und Vereinen in Betracht zu ziehen. „Auch mit Betreuung unter freiem Himmel sollte es machbar sein“, sagt Fischer. Es könnte etwa wochenweise mit Kindergartengruppen in den Wald gegangen werden, auch Erzieherinnen im Anerkennungsjahr, Eltern oder Pädagogik-Studierende könnten zur Begleitung herangezogen werden. 

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