Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Bunker am Marbachweg / Ecke Kaiser-Sigmund-Straße.
+
Der Bunker am Marbachweg / Ecke Kaiser-Sigmund-Straße.

Musik-Proberäume

Frankfurt: Linke fordert Erhalt des Musikbunkers Marbachweg

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Die zuständige Bundesbehörde prüft die weitere Verwendung des Luftschutzgebäudes am Marbachweg. Verkauf wahrscheinlich - die Stadt hat den ersten Zugriff.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) muss nach Einschätzung der Linken-Fraktion im Römer ihre Kündigung der Musikproberäume im Bunker am Marbachweg zurücknehmen und „den Musikbunker vollumfänglich erhalten“. Die Stadt könne den Bunker auch kaufen, um ihn als Ort der Kultur zu sichern, schlägt der kulturpolitische Linken-Sprecher Michael Müller vor.

Das Verhalten der Bima nennt Müller in einer Presseerklärung „völlig daneben“. Wenn eine Einrichtung des Bundes offen von Entmietung und Verwertung spreche, „dann läuft hier etwas vollkommen falsch. Schon am Frankfurter Berg hat sich die Bima nicht mit Ruhm bekleckert, wo sie seit Jahren Wohnungen leer stehen lässt“, so Müller. „Die Bima hat eine soziale Verantwortung und darf das Allgemeinwohl nicht einfach außer Acht lassen.“

Die Behörde selbst kann noch nicht sagen, was aus dem Hochbunker am Marbachweg werden soll. Im September war bekanntgeworden, dass die Bima die Verträge mit den drei Hauptmietern des Gebäudes gekündigt hatte. Diese hatten die Kündigung an ihre Untermieter:innen weitergegeben: größtenteils Musikschaffende, die nun vor der Frage stehen, wo sie künftig proben, Musikschülerinnen und -schüler unterrichten sowie Studioaufnahmen machen sollen.

In ihrer Antwort auf eine fünf Tage zuvor gestellte Anfrage der FR bestätigt die Bima, dass „alle bestehenden Mietverhältnisse in dem Bunker aufgrund erheblicher Brandschutzmängel fristgerecht zum 31. Dezember 2021 bzw. zum 31. März 2022 gekündigt“ worden seien.

Die Mängel seien bei einer sogenannten Gefahrenverhütungsschau seitens der Branddirektion Frankfurt festgestellt worden. Die Bima sei aufgefordert worden, die Mängel zu beseitigen, unter anderem mit einer Brandmeldeanlage, einer vollständigen Erneuerung der Elektroverteilung und einer zweiten Rauchgasentlüftung. Die Kosten dafür „stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den derzeit erzielten beziehungsweise zu den zu erzielenden Einnahmen“, heißt es in dem Schreiben weiter: „Die Bima hat sich daher entschlossen, die Mietverhältnisse zu beenden.“

In einem nächsten Schritt sei zu prüfen, „ob eine weitere Verwendung der Liegenschaft mit dem aufstehenden Bunker durch den Bund in Betracht kommt“. Sollte dabei herauskommen, dass es für den Bunker und das Grundstück keine weitere Verwendung gebe und die Liegenschaft „für Zwecke des Bundes entbehrlich ist“, sei die Behörde gehalten, „derartige Grundstücke wirtschaftlich zu veräußern“. Sie biete entbehrliche Liegenschaften regelmäßig zuerst den Kommunen an. Das nenne sich Erstzugriffsoption. „Kaufangebote und Interessenbekundungen Dritter bleiben in diesen Fällen unberücksichtigt.“

Das Areal im Dornbusch gilt als Filetstück auf dem umkämpften Immobilienmarkt, begehrt nicht nur bei Musikerinnen und Musikern. Sie müssen sich jetzt neue Proberäume suchen – ein ähnlich schwieriges Unterfangen wie die Suche nach preiswertem Wohnraum in Frankfurt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare