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In Frankfurt geboren und zu Hause: Martin Mosebach. 

Frankfurt

Martin Mosebachs Roman „Westend“

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Beim zehnten Geburtstag der Veranstaltungsreihe steht Martin Mosebachs Epos „Westend“ im Blickpunkt.

Da hat sich die Stadt einiges vorgenommen. Nicht weniger als 895 Seiten umfasst Martin Mosebachs Roman „Westend“, mit dem sich die zehnte Auflage von „Frankfurt liest ein Buch“ vom 6. Mai an beschäftigt. Zum kleinen Jubiläum haben sich die Macher das bislang umfangreichste Buch ausgesucht, was Sabine Baumann, die Vorsitzende des Vereins „Frankfurt liest ein Buch“ wie folgt erklärt: „Wir hatten das Buch schon ganz lange auf unserer Vorschlagsliste, aber es hat etwas gedauert, bis es bei Rowohlt gelandet ist.“ Denn für die Vielzahl der Veranstaltungen benötigen die Organisatoren schon aus rechtlichen Gründen die Unterstützung des Verlags, in dem das Buch erscheint.

Mosebach hatte „Westend“ bereits in den 80er Jahren angefangen zu schreiben. 1992 war es, wie Kulturdezernentin Ina Hartwig am Mittwoch erwähnte, zunächst „weitgehend unbeachtet“ erschienen. Die Rechte an dem Buch hat aber nun erst der Rowohlt-Verlag, in dem Mosebach seit Jahren verlegt wird, erworben.

Der Roman spielt in den zwei Jahrzehnten nach dem Krieg überwiegend im Frankfurter Westend, in dem Mosebach auch großgeworden ist. Das epische Werk um zwei Frankfurter Familien beleuchtet Themen wie Architektur, Kunst und Gentrifizierung in der Zeit des Wiederaufbaus. Eine derart pralle Geschichte ist für „Frankfurt liest ein Buch“ Fluch und Segen zugleich. So muss Organisator Lothar Ruske einräumen, dass sich in diesem Jahr nicht sehr viele Schulen an der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe beteiligen, weil die knapp 900 Seiten für die Schüler im Unterricht einfach zu viel seien. Die Schüler des Lessing-Gymnasiums kommen um den Wälzer nicht herum, schließlich ging der Autor einst selbst auf ihre Schule, die als einer von knapp einem Dutzend realen Schauplätzen im Roman Erwähnung findet.

Über das Westend hinaus spielt das Werk auch noch an zahlreichen anderen Orten wie im Taunus, der Schweiz oder Österreich. Die Anknüpfungspunkte für die Region waren aber nicht so zahlreich wie bei anderen Werken. Zwar beteiligen sich Offenbach, Darmstadt, Eschborn, Kronberg, Bad Soden und Bad Homburg, aber die Zahl von 85 Veranstaltungen ist eher durchschnittlich. Immerhin soll Mosebach selbst bei 22 Terminen dabei sein, natürlich auch bei der Eröffnung am 6. Mai in der Deutschen Nationalbibliothek, bei der zahlreiche Prominente und Kulturschaffende aus dem Roman lesen werden.

Zum zehnten Geburtstag der Veranstaltungsreihe wird es auch eine Ausstellung in der Frankfurter Stadtbücherei geben. Dort können sich die Besucher ab dem 4. Mai noch einmal die vorherigen neun Romane vergegenwärtigen, angefangen mit Valentin Sengers Roman „Kaiserhofstraße 12“. Beleuchtet werden soll dabei auch, wie der Verleger Klaus Schöffling einst auf die Idee zu der beliebten Veranstaltungsreihe kam und wie überhaupt entschieden wurde, warum „Westend“ das Frankfurter Buch 2019 ist.

Den Auftaktmacht nicht die eigentliche Eröffnungsveranstaltung am 6. Mai, sondern bereits am 30. April eine Lesung im Literaturhaus Darmstadt, bei der Martin Mosebach selbst zugegen sein soll.

Die Frankfurter Rundschauals Medienpartner lädt am 16. Mai zu einem Gespräch zwischen Mosebach und dem Architekten D.W. Dreysse ins Haus am Dom ein.

Die Veranstaltungsreiheläuft offiziell vom 6. bis zum 19. Mai, aber den Schlusspunkt setzt am 20. Mai eine Diskussionsrunde über die städtebauliche Entwicklung des Westends in der Fabrik Kulturwerk Frankfurt.

Alle Veranstaltungen finden sich unter www.frankfurt-liest-ein-Buch.de.

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