1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Lesungen in Bankentürmen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Im 29. und im 38. Stock des Opernturms finden Lesungen statt.
Im 29. und im 38. Stock des Opernturms finden Lesungen statt. © Peter Jülich

Das Literaturfestival Literaturm ist in diesem Jahr in Frankfurt von 27. Juni bis 3. Juli - mit einer hochkarätigen Besetzung.

Nach einer pandemiebedingten Pause findet das Literaturfestival Literaturm in Frankfurt diesmal unter dem Motto „Risse“ statt. Vom 27. Juni bis zum 3. Juli treten Autorinnen und Autoren an zahlreichen Veranstaltungsorten in Frankfurt und der Region auf, unter anderem in Bankentürmen in der Frankfurter Innenstadt.

Ein Stargast ist Ivan Krastev, der bekannt wurde für seine Erklärung, warum in Ländern, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs abrupt Demokratie und Marktwirtschaft einführten, nun Rechtspopulisten an der Macht sind. Krastev diskutiert mit Nicole Deitelhoff, Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, über das „Gift der Nachahmung“ (Opernturm, 29. Juni, 20 Uhr, 14 Euro).

Eröffnet wird das Literaturfestival ganz im Zeichen der Ukraine - mit der ukrainischen Schriftstellerin Tanja Maljartschuk, der albanisch-britischen Politikwissenschaftlerin Lea Ypi, dem Historiker Gerd Koenen und dem russischen Schriftsteller Viktor Jerofejew. Das Ensemble Modern spielt dazu Stücke von Gabriel Prokofiev (Volksbühne im Großen Hirschgraben, 27. Juni, 20 Uhr, 14 Euro).

Das Lesungskonzert mit Judith Hermann, die mit ihrem Erzählband „Sommerhaus, später“ bekannt wurde, wird ebenfalls vom Ensemble Modern begleitet (Park Tower, 28. Juni, 19.30 Uhr, 18 Euro). FR-Redakteurin Judith von Sternburg spricht mit Hermann in Hanau über deren neuen Roman „Daheim“ (Kulturforum/Stadtbibliothek, 29. Juni, 20 Uhr, 8 Euro).

Ein weiterer Höhepunkt im Programm ist die Debatte zum sogenannten neuen Historikerstreit mit der Autorin und Historikerin Dana von Suffrin, dem Historiker Norbert Frei und dem Schriftsteller Per Leo. Dabei geht es um die Frage, ob der Holocaust in der Geschichte des Völkermords heraussticht und als singuläres Ereignis bewertet werden könne, was die Mehrzahl der Historiker:innen bejaht, oder ob er in die Kolonialgeschichte mit ihren zahllosen Grausamkeiten eingebettet werden sollte (Opernturm, 28. Juni, 20 Uhr, 14 Euro).

Darüber hinaus diskutiert der Philosoph Peter Sloterdijk mit dem Heidegger-Experten Peter Trawny über die „Schwarzen Hefte“ von Martin Heidegger, die nun vollständig veröffentlicht sind, und Heideggers Nähe zum Nationalsozialismus offenlegen (Opernturm, 30. Juni, 20 Uhr, 14 Euro).

Das Programmheft mit allen Veranstaltungen der 50 Autorinnen und Autoren liegt in Buchhandlungen und Büchereien aus und ist online verfügbar (literaturm.de). Karten gibt es bei Frankfurt-Ticket (069/134 0400) und auf der Webseite von Literaturm sowie als Restkarten an der Abendkasse. Veranstalter ist das Kulturamt in Frankfurt gemeinsam mit zahlreichen Partnern. Die Stadt Frankfurt trägt die Kosten für die Ausrichtung des Literaturfestivals in Höhe von 80 000 Euro.

Auch interessant

Kommentare