1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Lager für Gefahrstoff in Betrieb genommen

Erstellt:

Von: Holger Vonhof

Kommentare

Auf dem neuesten Stand der Technik werden hier Gefahrenstoffe gelagert.
Auf dem neuesten Stand der Technik werden hier Gefahrenstoffe gelagert. © Infraserv

Neue Halle soll Wettbewerbsfähigkeit von Höchst stärken

Wenn es hier brennen sollte, schließen sich sofort die Brandschutztore“, sagt Elrik Ruschke. Der Infraserv-Mitarbeiter berichtet von neun „Brandabschnitten“: Wie bei einem Schiff schließen sich im Unglücksfall Schotten, die eine größere Havarie verhindern. Außerdem gibt es eine Schaumlöschanlage, und die Werkfeuerwehr ist direkter Nachbar von F 750, dem neuen Gefahrstofflager auf der Südseite des Industrieparks Höchst.

Am Freitag haben Jürgen Vormann, der scheidende Vorsitzende der Geschäftsführung von Infraserv Höchst, sein Nachfolger Alexander Wagner, und die Geschäftsführer der Infraserv Logistics GmbH Klaus Alberti und Andreas Brockmeyer die hochmoderne Logistik-Einrichtung symbolisch in Betrieb genommen. Infraserv Höchst hat rund 35 Millionen Euro in das neue Gefahrstofflager investiert, das in einer 18-monatigen Bauzeit entstanden ist und das von der Infraserv Logistics GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Infraserv Höchst, betrieben wird.

„Ein großer Chemiestandort braucht ein modernes Gefahrstofflager“, sagte Jürgen Vormann. Der Bau sei „eine bahnbrechende Investition, die den Industriepark Höchst in seiner Logistik“ stärke und „seine Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend schwieriger werdenden Umfeld“ erhalte. Die Inbetriebnahme des 220 Meter langen, 75 Meter breiten und 15 Meter hohen Lagergebäudes, das auf einer Grundfläche von 16 500 Quadratmetern rund 21 500 Palettenlagerplätze bietet, gehört zu den letzten offiziellen Amtshandlungen von Jürgen Vormann – nach 18 Jahren an der Spitze der Standortbetreibergesellschaft verlässt er das Unternehmen zum Jahresende.

Tankanlage für Züge

Er dankte den vielen Projektbeteiligten, die dazu beigetragen haben, dass der Bau des neuen Gefahrstofflagers realisiert werden konnte. Derzeit werde ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag in die Infrastruktur investiert – dazu gehören die gerade in Betrieb genommene Wasserstoff-Tankanlage für Züge sowie eine neue Gasturbinen-Anlage.

Alberti erläuterte die sicherheitstechnischen Maßnahmen, die beim Bau des neuen Gefahrstofflagers realisiert wurden – etwa die neun baulich voneinander abgetrennten Lagerabschnitte, in denen spezielle Löschvorrichtungen innerhalb weniger Minuten große Mengen Löschschaum abgeben können. Gebaut wurde das Lager zentral fast in der Mitte des Industrieparks – 493 Meter vom Werkszaun entfernt und gut einen Kilometer von der nächsten Wohnbebauung. In vier der neun Brandabschnitte können Chemie-, Pharma- und Gesundheitsvorsorge-Produkte zwischen 2 bis 8 Grad Celsius beziehungsweise zwischen 15 und 25 Grad Celsius gelagert werden.

Das auf 29 000 Tonnen auf 4,8 Kilometern Regallänge ausgelegte Lagersystem wird von einem Computer gesteuert. 4000 Säulen gründen das Gebäude, das 735 Tonnen Eigengewicht hat.

Welcher Stoff neben welchem gelagert werden darf, schreibt die bundesweit gültige Zusammenlagerungstabelle für Gefahrstoffe vor; für Unfälle stehen Notfall-Ganzkörperduschen und Augen-Duschen bereit. Insgesamt erstreckt sich die Genehmigung für den Neubau auf ein sehr breites Spektrum von Gefahrstoffen.

Klaus Alberti geht davon aus, dass die neue Einrichtung auch für viele nicht im Industriepark Höchst ansässige Unternehmen interessant ist.

Auch interessant

Kommentare