KurdenDemoFR-6_121020
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Mit Schildern, Fahnen, Masken und Abstand – Demo in Corona-Zeiten.

Protest

Kurdische Demo in der Innenstadt

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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150 Menschen fordern „Freiheit für Öcalan“ und „Status für Kurdistan“. Mit wenigen Ausnahmen tragen fast alle Mund-Nasen-Schutz.

In den Farben Gelb-Grün-Rot wehen die Fahnen im Wind. Zu der Demonstration unter dem Motto „Freiheit für Öcalan! Für ein Ende von Faschismus und Besatzung!“ sind am Samstagnachmittag laut eines Sprechers der Polizei vor Ort zwischen 125 und 150 Teilnehmende in der Innenstadt zusammengekommen. Vom Kaisersack am Hauptbahnhof ziehen sie in großen Abständen zueinander durch die Kaiserstraße, am Willy-Brandt-Platz vorbei zum Roßmarkt. Mit wenigen Ausnahmen tragen fast alle Mund-Nasen-Schutz. Den Demonstrierenden folgen rund ein Dutzend Polizeiwagen, teils mit und teils ohne Blinklicht.

Auf Fahnen und Transparenten, die die Protestierenden durch die Straßen tragen, sind häufig Konterfeis des in der Türkei inhaftierten Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, zu sehen. „Free Öcalan“ ist auf einigen Fahnen zu lesen. Auf einem breiten Banner am Anfang des Demozugs steht: „Freiheit für Öcalan! Status für Kurdistan“. Auf der Kaiserstraße skandieren die Teilnehmenden mehrfach „Terrorist, Erdogan“. Ein Anlass der Demo ist die türkische Militärinvasion in Nordsyrien, die am Freitag vor einem Jahr stattgefunden hat. Eine Sprecherin fordert per Lautsprecher: „Schluss mit der Besatzung, Schluss mit der Isolation und Repression gegen das kurdische Volk“. Sie fügt hinzu: „Wir sagen immer wieder, die Zeit ist reif für Gespräche“.

Die 24-jährige Seran aus Limburg sagt: „Wir finden, dass Abdullah Öcalan zu Unrecht verhaftet worden ist“. Sie möchte ihren Nachnamen nur ungern in der Zeitung lesen.

An anderer Stelle schiebt der 40-jährige Zerdest sein Rad neben sich her. Auch er möchte nicht mit Nachnamen zitiert werden. Der Bockenheimer sagt: „Ich bin der Meinung, dass Öcalan eine wichtige Person ist, die den Friedensprozess vorantreiben kann“. Kurdische Freunde und Verwandte von ihm litten in der Türkei unter Repressionen der türkischen Regierung und würden teilweise verhaftet, berichtet er.

Gleichzeitig, erklärt er weiter, trügen die deutsche sowie die europäische Regierung Verantwortung für die Situation der Kurden, weil sie mit der Türkei Abkommen schlössen und Waffen dorthin lieferten.

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