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Kunden stöbern im Frankfurter Kunstsupermarkt. 

Kunst

Frankfurt: Kunstsupermarkt verkauft Kunst zu kleinen Preise

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Der Kunstsupermarkt in der Neuen Rothofstraße hat eröffnet. Bis Anfang Januar gibt es dort Kunst zu gestaffelten Preisen.

Das Ehepaar Christ aus Idstein hat zwei Kunstwerke gekauft. „Das eine kommt wahrscheinlich ins Wohnzimmer“, sagt Hans-Jürgen Christ und öffnet kurz die Kunstsupermarkttüte. Sieht aus wie ein großformatiges Bild eines bunten Hauses, mit vielen Farben und Symbolen, dann ist die Tüte schon wieder zu. Sie sind auf dem Sprung.

Ob sie den Kunstsupermarkt schon länger kennten? Klar, sagt Hans-Jürgen Christ, sie gingen seit zehn Jahren regelmäßig hin, sei es in Bockenheim, Bornheim oder der Innenstadt – der Kunstsupermarkt ist temporär an unterschiedlichen Orten. Zwei Bilder hätten sie in den Jahren schon erstanden, erzählt Dagmar Christ, eins der beiden hinge in Idstein immer noch an der Wand.

Die Qual der Wahl.

Warum sie herkämen? „Ganz einfach. Es gibt hier Kunst zum kleinen Preis. Das ist doch eine tolle Idee! Außerdem ist die Schwellenangst nicht so groß wie bei einer Galerie“, antwortet Dagmar Christ. Eine Kapitalanlage sei der Kauf nicht. Sie kauften, was ihnen gefalle.

Damit sind sie nicht allein. Typische Dialoge von Paaren, die am Samstag zu Dutzenden die Bilder in Petersburger Hängung begutachten und bei Wohlgefallen in den umstehenden Kisten danach stöbern, klingen so. „Wie gefällt dir das?“ – „Das ist mir zu statisch.“ – „Schau mal, hier ist mehr Bewegung drin.“ Oder: „Willst du das?“- Eigentlich das.“ – „Lass noch mal überlegen.“ Oder: „Das ist sooo toll, das möchte ich gerne haben. Aber die drei sind auch sooo geil.“

Julia Loytved freut das. Sie organisiert den Kunstsupermarkt, gemeinsam mit Mario Teres. Allein zur Vernissage am Freitagabend seien 200 Kunden gekommen, an diesem Wochenende erwarte sie etwa 500 Kunden. „Wird langsam voll“, sagt einer der zahlreichen Kunden am Samstagmittag, und tatsächlich, man muss geduldig sein, bis die Kiste zum Kunstwerkedurchblättern wieder frei wird.

Wie im Schallplattenladen stehen die Kunstwerke nach Größe sortiert, und das heißt auch nach Preis, hintereinander. Durch Folie geschützt, damit keine Farbe abblättert.

Auch Frankfurter Künstler seien dabei, berichtet Julia Loytved und führt zu Stadtfotografien von Michael Wicander, Strandbildern von Kathrin Rölle, Vasengemälden von Annika Meier. 92 Künstler böten ihre Kunstwerke an – Aquarelle, Plastiken, Zeichnungen, Gemälde aus Öl und Acryl –, 5000 Werke gebe es insgesamt.

Das Geschäft
Der Kunstsupermarkt ist diesmal in der Neuen Rothofstraße 17, parallel zur Goethestraße. Er hat von montags bis freitags, 11 und 19 Uhr, geöffnet, samstags von 10 bis 19 Uhr.

Verkauft werden Kunstwerke zu festen Preisen von 59 Euro, 110 Euro, 220 Euro, 330 Euro. Einige Großformate sind teurer.

In Frankfurt gibt es den Kunstsupermarkt zum 21.-mal. Er eröffnete am Freitag und schließt am 11. Januar 2020. Weitere Kunstsupermärkte gibt es in Berlin (bis 25. Januar) und in München (bis 18. Januar). 

Wenn sich einige besonders gut verkauften, sorge der Kunstsupermarkt beziehungsweise Künstlerin oder Künstler für Nachschub. Die gestaffelten Preise machten die Kunst für alle erschwinglich. Nur einige Großformate kosteten mehr.

„Was kostet der Himmel“, fragt eine Kundin und deutet auf ein Bild über der Kasse. 650 Euro. Ihr Begleiter scherzt: „Ich wusste doch, dass der Himmel unbezahlbar ist.“

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