+
Die städtischen Bühnen aus der Vogelperspektive.

Kommentar

Frankfurt: Ernüchterung über Ina Hartwig ist mit Händen zu greifen

  • schließen

Ein großes Problem von Ina Hartwig ist ihre mangelnde Kommunikation. Aber noch ist es möglich, umzusteuern. Ein Kommentar.

Bald sind drei Jahre vergangen, seit die renommierte Literaturkritikerin Ina Hartwig zur Frankfurter Kulturdezernentin gewählt wurde. Gegenwärtig ist überall in der Kulturszene der Stadt die Ernüchterung über die 55-Jährige mit Händen zu greifen.

Die Analyse hört sich von verschiedenen Seiten immer gleich an: Von der Sozialdemokratin gehe zu wenig Initiative aus. Sie verhalte sich stets nur hinhaltend und abwartend, statt bei einem Thema eigene Zeichen zu setzen und voranzugehen.

In der Tat gibt es kaum Vorstöße, die Hartwig mit ihrem Namen verbinden konnte. Sie hat umgesetzt, was im Vertrag der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen zur Kultur vereinbart worden war: den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in städtischen Museen.

Doch schon beim nächsten Schritt, diese Lösung auf alle wichtigen Museen der Stadt zu übertragen, tut sich Hartwig schwer.

Das städtische Kinder- und Jugendtheater ist in drei Jahren kaum über den Status der Ankündigung hinausgekommen. Bei der Zukunft der Städtischen Bühnen hat die Dezernentin mutig angefangen: Sie plädierte bei einem FR-Stadtgespräch dafür, „groß“ zu denken und das Theater des 21. Jahrhunderts zu bauen.

Das ist lange her. Heute sitzt die Stadträtin, der es an politischer Hausmacht fehlt, dieses Thema aus. Der Unmut bei Oper und Schauspiel wächst – das zeigt die jüngste öffentliche Kritik der Intendanten. Ein großes Problem Hartwigs ist ihre mangelnde Kommunikation. Aber noch ist es möglich, umzusteuern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare