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Frankfurt

Frankfurt: Kulturdezernentin Hartwig fordert mehr Geld für digitale Angebote

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Die Kulturdezernentin in Frankfurt, Ina Hartwig, präsentiert ein Strategiepapier, um Museen online breiter aufzustellen. Und um den Personalmangel anzugehen.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) fordert für die künftigen digitalen Bemühungen der städtischen Kultureinrichtungen fünf Millionen Euro und 20 neue Stellen. Das soll in den künftigen Haushalten bis 2026 berücksichtigt werden. „Dies ist eine gesamtstädtische Aufgabe“, sagte Hartwig. Die Dezernentin sowie vier Direktorinnen und Direktoren städtischer Museen präsentierten in einer Pressekonferenz zukünftige und aktuelle digitale Bestrebungen.

Dass sich die städtischen Kultureinrichtungen digitaler aufstellen müssen, sei nicht erst eine Erkenntnis der aktuellen Corona-Pandemie, die es den Menschen aktuell unmöglich mache, analoge Ausstellungen zu besuchen. Bereits vor Corona sei vermehrt an der Digitalisierung gearbeitet worden. Aktuell habe Hartwig es aber zum Arbeitsschwerpunkt gemacht. In einem nun veröffentlichten Strategiepapier werden die Notwendigkeit sowie damit verbundene Zielsetzungen einer digitalen Erweiterung in den Museen und dem Institut für Stadtgeschichte beschrieben. So müsse man aufgrund der sich wandelnden Mediennutzung und des Kulturverständnisses neue Wege beschreiten. Kultur für alle sei ohne digitale Schwerpunkte nicht mehr denkbar. „Wir müssen auf Höhe der Zeit sein“, so Hartwig.

Konkret bedeute das für die Einrichtungen, ihre Sammlungen noch schneller zu digitalisieren und dadurch allen zur Verfügung zu stellen, aber auch Ausstellungsformate und spezielle Angebote im Internet zu präsentieren. Ein erster Schritt dazu sei das Digitalisierungsbudget in Höhe von 300 000 Euro jährlich gewesen. Der zukunftssichernde Betrieb in den Museen sowie im Stadtarchiv erfordere jedoch eine zusätzliche Mittel- und Personalausstattung.

Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, erklärte, dass sein Haus bereits seit 2017 eine digitale Strategie beispielsweise in den Ausstellungen fahre. Ein Schritt nach vorn sei die Einrichtung eines freien WLAN im Museum gewesen. Dies sei in allen Museen der Stadt geplant und sei zwingend erforderlich. Gerchow sagte, dass aktuell die grafische und fotografische Sammlung digitalisiert würden. Allein das seien etwa 100 000 Objekte. Die Digitalisierung laufe aber nebenher, zusätzliches Personal sei dringend erforderlich.

Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums, gab an, dass sein Haus Funde aus aller Welt habe, die der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich gemacht werden müssten. So könnte es neue Erkenntnisse über Objekte geben, über die man aktuell wenig oder gar nichts wisse.

Die Art, wie sich Museen digitalisieren, entscheide auch über deren Relevanz, sagte Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums. Vernetztes Arbeiten und neue Kontaktformen wie Livestreams würden große Chancen bieten. „Wir teilen, was allen gehört“, sagte Wenzel.

Direktorin Eva Raabe vom Weltkulturen-Museum wies darauf hin, dass die Digitalisierung eine große Hilfe bei der Provenienzforschung sein könnte. „So können wir Objekte über Grenzen hinweg zugänglich machen.“

Angst, dass digitale Sammlungen zu weniger Besucher:innen vor Ort führen, haben die Direktor:innen nicht. Mirjam Wenzel: „Studien und Erfahrungen zeigen, dass das digitale Erleben der Objekte neugierig macht, es auch als Original zu sehen.“ Jan Gerchow fügte hinzu: „Formate wie etwa Online-Führungen durch digitale Ausstellungsräume könnte man bezahlpflichtig anbieten.“

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