Immerhin wird geprobt.
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Immerhin wird geprobt.

Pandemie

Kultur soll ab Dezember wieder möglich sein

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Frankfurter Kulturdezernentin und Kulturinstitutionen appellieren an Bundesregierung.

Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sowie Vertreterinnen und Vertreter von Oper Frankfurt, Alte Oper Frankfurt, Historisches Museum Frankfurt und der freien Theaterszene in der Stadt fordern die Bundesregierung dazu auf, ab Dezember wieder Kulturveranstaltungen zuzulassen.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz wiesen sie darauf hin, dass es seit Ausbruch der Pandemie nachweislich keine Corona-Infektionen in Theatern, Opern und Museen in Deutschland gegeben habe. „Wir glauben, dass wir zu den sichersten öffentlichen Orten zählen“, sagte Jan Gerchow, der Leiter des Historischen Museums. Er spreche dabei stellvertretend für einen Arbeitskreis aus 35 Museen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich zusammengetan hätten.

Museen hätten große Räume, in denen sich die Besucher:innen gut verteilen könnten, und sie verfügten über moderne Lüftungsanlagen, sagte er. Theater, Opern und Museen hätten einen Bildungsauftrag genau wie Volkshochschulen und Bibliotheken, die von den Schließungen ausgenommen seien.

Gerchow wertete es als „krasse Missachtung“ dieses Bildungsauftrags, dass Museen bei den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zu den Schließungen im November gar nicht genannt worden seien. Sie wurden unter Freizeiteinrichtungen subsumiert.

Die Frankfurter Kulturszene akzeptiere die Beschlüsse zur Schließung der Kultureinrichtungen im November, hieß es weiter. Markus Fein, der Leiter der Alten Oper Frankfurt, sprach von einem Akt der Solidarität und einer kollektiven Kraftanstrengung, um die zweite Welle der Pandemie zu brechen.

Die Entscheidungen zur Schließung von Einrichtungen sollten allerdings auf objektiven, wissenschaftlichen Argumenten fußen, sagte Fein. Nur so lasse sich eine gesellschaftliche Akzeptanz herbeiführen. Objektiv sei festzustellen: „Wir haben ideale Voraussetzungen für sichere Veranstaltungen.“

„Wenn es einen sicheren Ort gibt, dann die Oper“, sagte auch Bernd Loebe, der die Oper Frankfurt leitet. Die Menschen säßen mit Abstand zueinander, die Sicherheit werde kontrolliert, die Luft werde getauscht. Für die freie Theaterszene in Frankfurt forderte Sarah Kortmann vom Verein Paradiesvogel, ab Dezember sollten wieder Aufführungen und Theaterpädagogik zugelassen werden.

Die wirtschaftlichen Ausfälle bei den Frankfurter Museen aufgrund der Pandemie bezifferte Hartwig auf eine Million Euro in diesem Jahr, außerdem zwei Millionen Euro für den Frankfurter Zoo. Im kommenden Jahr rechnet sie mit insgesamt zehn Millionen Euro weniger Einnahmen.

Der Notfallfonds für Künstlerinnen und Künstler aus Frankfurt wurde zuletzt auf 150 000 Euro aufgestockt.

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