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Frankfurt: Kultur auf Rezept

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Von: Steven Micksch

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Sich gemeinsam an Kunst zu erfreuen, tut gut.
Sich gemeinsam an Kunst zu erfreuen, tut gut. © Renate Hoyer

Ein Gesundheitsprojekt der Stadt Frankfurt soll das Wohlbefinden einsamer Menschen fördern und sie aus der Isolation holen, die durch Corona noch verschlimmert wurde.

Bilder malen, Skulpturen schaffen, Theater spielen – und dabei der Einsamkeit entgegenwirken: Das ist die Idee hinter dem Konzept „Kultur auf Rezept“, welches das Frankfurter Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Institut für Soziale Infrastruktur im Zuge des EU-Projekts „Culture on Prescription in Europe“ (Cope) realisieren will. Die ersten zwei Kurse mit je zehn Teilnehmenden beginnen im März dieses Jahres.

Zudem läuft aktuell die Bewerbungsphase für weitere „verschriebene“ kulturelle Angebote und Kurse. Dabei sollen sich vorrangig ältere Menschen, die sich einsam fühlen, bewerben. Gerade durch die Corona-Pandemie hätten sich diese häufig zurückgezogen und monatelang keinen Kontakt zu Verwandten oder Bekannten gehabt, sagt Matthias Roos vom Gesundheitsamt. Die Einsamkeitsrate im Alter werde zudem durch den häufig schlechteren Gesundheitszustand, schwierige wirtschaftliche Bedingungen und das Alleinleben negativ beeinflusst.

Um die Menschen aus der Isolation zu holen und ihnen generell wieder mehr kulturelle Aktivitäten zu bieten, wurde das Kulturrezept ausgedacht. Dafür bewerben sich die Bürgerinnen und Bürger beim Gesundheitsamt. Es folgt ein erstes Auswahlgespräch samt wissenschaftlichem Einsamkeitstest, um festzustellen, welche Bedürfnisse die- oder derjenige hat und welches Angebot am besten helfen könnte. „Alle Teilnehmenden erhalten in jedem Fall ein eigenes persönliches Kulturrezept, entweder für eines der kompletten Kursangebote oder für eine einmalige Kulturbegleitung“, sagt Roos.

Die sogenannte Kulturbegleitung kann einen Museums-, Kino- oder Theaterbesuch oder auch einen Workshop umfassen. Dabei wird eine kleine Gruppe älterer Menschen immer von jemandem aus dem Team des Gesundheitsamts begleitet. Katharina Popp, ebenfalls beim Gesundheitsamt für das Projekt zuständig, zerstreut zudem eventuelle Zweifel: „Man sollte keine Scheu haben und sich bewerben. Im Gespräch finden wir dann heraus, was am besten passt.“

Grundsätzlich soll das Projekt zu einer besseren Gesundheit und mehr Wohlbefinden beitragen. Der Fokus liege also nicht auf Krankheit, sondern auf der Gesundheitsförderung durch neue, positive Erfahrungen. Die Angebote sind kostenlos und werden auch wissenschaftlich begleitet, um Erfahrungen zu dokumentieren. Das EU-weite Projekt „Cope“ wird zeitgleich auch in Portugal, Rumänien, Belgien, Irland und den Niederlanden durchgeführt. Gefördert wird es durch das EU-Programm Erasmus+.

Bewerbungen sind noch bis zum 15. Februar per Telefon unter der Nummer 069/212 331 29 oder per E-Mail an kulturrezept@stadt-frankfurt.de möglich. Alle Infos unter frankfurt.de/cope im Internet.

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