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Frankfurt: Kürzungen im Kulturetat

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Von: Florian Leclerc

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Unter anderem die Städtischen Bühnen sollen künftig weniger Geld bekommen. Foto: Rolf Oeser
Unter anderem die Städtischen Bühnen sollen künftig weniger Geld bekommen. © ROLF OESER

Laut Haushaltsentwurf wird von 2023 an bei den Städtischen Bühnen und weiteren Kultureinrichtungen massiv gespart.

In der Frankfurter Kulturszene wird in den kommenden Jahren drastisch gespart. Das geht aus dem Haushaltsentwurf 2022, der bis ins Jahr 2025 plant, hervor. Der CDU-Politiker Thomas Dürbeck, der lange kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion war, hat den Haushaltsentwurf dahingehend untersucht.

„Die verkürzten Öffnungszeiten für die städtischen Museen sind leider erst der erste Schritt“, sagt er. So sehe der Haushaltsentwurf bei den Städtischen Bühnen von 2023 bis 2025 jährliche Kürzungen zwischen 6,9 und 7,4 Millionen Euro vor. Das seien zirka neun Prozent des gesamten Bühnenetats.

„Wer den Bühnen eine Einsparung von neun Prozent auferlegen will, der muss wenigstens so ehrlich sein zu sagen, dass er die Strukturen ändern will“, fordert Dürbeck. „Von den Bühnen einerseits zu verlangen, so wie bisher weiterzumachen, und ihnen andererseits die Mittel zu entziehen, ist unfair und nicht ehrlich.“

Die Einsparungen beträfen auch andere Kultureinrichtungen, führt Dürbeck aus: die Alte Oper, den Mousonturm, die Schirn-Kunsthalle, freie Kultureinrichtungen, Theater, Kunstvereine, Musikgruppen. Auch sie sollen von 2023 bis 2025 jährlich etwa neun Prozent sparen.

Die Einsparungen werden im Haushaltsentwurf mit Ausnahme der Bühnen nicht direkt benannt, sondern unter der Sammelposition „pauschale Konsolidierung“ zusammengezählt. Das Kulturdezernat muss noch konkretisieren, wo im Einzelnen gespart werden soll. Zählt man alle pauschalen Konsolidierungen zusammen, kommt man auf folgende Kürzungen im Kulturetat in den nächsten Jahren: 2022 werden sieben Millionen Euro gekürzt, 2023 sind es etwa 21 Millionen Euro, 2024 und 2025 jeweils etwa 22 Millionen Euro. „Es mag sein, dass die Stadt sparen muss, und dann gehört es zur gesellschaftlichen Verantwortung der Kultureinrichtungen, ihren Teil beizutragen“, sagt Dürbeck. „Aber dann verdienen die Künstler und Künstlerinnen und die vielen Kultureinrichtungen wenigstens Ehrlichkeit. Sie bereiten die Planungen für 2023 und 2024 vor und gehen vertragliche Bindungen ein. Die Einsparung geht voll zulasten des künstlerischen Budgets.“ Er frage sich, warum es bei Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker keinen Aufschrei gebe.

Dürbeck weist auch darauf hin, dass im Haushaltsentwurf kein Geld für den Neubau des Kinder- und Jugendtheaters, den Neubau der Städtischen Bühnen, das Haus der Künste auf dem Kulturcampus und den Kauf eines Grundstücks an der Neuen Mainzer Straße, wo die Oper neu gebaut werden könnte, eingeplant sei.

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