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Frankfurt: Künstliche Intelligenz sortiert das Datendickicht

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Von: George Grodensky

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In Kleingruppen arbeiteten die Studierenden an der Frage, wie mittels KI bestimmte Daten aus den Nachhaltigkeitsreports ausgelesen und verglichen werden können.
In Kleingruppen arbeiteten die Studierenden an der Frage, wie mittels KI bestimmte Daten aus den Nachhaltigkeitsreports ausgelesen und verglichen werden können. © Frankfurt UAS

Studierende der Frankfurt University automatisieren Auswertung von Nachhaltigkeitsreports. Ab 2024 werden die für viele Unternehmen verpflichtend.

Unternehmen sollen Informationen zur Einhaltung von Umwelt-, Menschen- und sozialen Rechten sowie Governance-Faktoren offenlegen. Das hat die EU beschlossen. Spätestens ab 2024 wird dieser jährliche Nachhaltigkeitsbericht notwendig. Aber wie lassen sich die Informationen aus den Berichten erfassen, vergleichen und nutzbar machen? Mit dieser Frage haben sich Studierende der Informatik an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) beschäftigt.

Derzeit entwickeln sie eine konkrete Software zur Datenauslese. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sollen die Dokumente automatisiert durchforstet werden. Über eine Open-Source-Plattform sind die Überlegungen frei zugänglich.

Banken benötigen Daten

„Die Zahlen zu Umweltfaktoren wie CO2-Emissionen oder Abfallrecycling, aber auch zur Einhaltung von Menschenrechten und zu den Sozialstandards einer Firma sind für viele Stakeholder essenziell“, sagt Martin Simon. Er ist Professor für Data Science an der Frankfurt UAS. So benötigten Banken die Daten, wenn ihre Kreditvergabe an bestimmte Kriterien geknüpft sei, oder Investoren, die sich an ökologischen und sozialen Standards orientieren wollten. So ein Nachhaltigkeitsreport ist aber umfangreich. „Menschen bräuchten unglaublich viel Zeit, um die relevanten Daten aus den Dokumenten zu sammeln und so aufzubereiten, dass sie leicht verglichen werden können“, sagt Gabriela Alves Werb, Professorin für Betriebliche Informationssysteme an der Frankfurt UAS. Das soll nun die künstliche Intelligenz übernehmen.

Tüftelnde Studierende

Gar nicht so einfach. Die Studierenden müssen austüfteln, wie eine Software die teils verklausulierte Sprache der Dokumente durchdringen kann und wie sich die in den Reports ganz unterschiedlich gestalteten Tabellen auslesen lassen. Auch die Möglichkeiten einer automatischen und interaktiven Visualisierung der Ergebnisse loten die Studierenden aus.

Mit den Firmen Adesso und Wepex hat die Hochschule eine Forschungszusammenarbeit initiiert mit dem Ziel, gemeinsam marktreife Produkte in Form von Softwarelösungen zur Informationsextraktion zu entwickeln. Wepex wird dazu eine studentische Forschungsstelle an der Frankfurt UAS finanzieren.

Einblicke und Daten unter:

www.sustainabilitymonitor.org

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