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Noch liegen Kronkorken auf der Parkwiese – aber da naht schon Dodo, der Roboter.
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Noch liegen Kronkorken auf der Parkwiese – aber da naht schon Dodo, der Roboter.

Saubere Stadt

Frankfurt: Künstliche Intelligenz im Günthersburgpark

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Roboter jagen Kronkorken, die Sitzbank lädt Handys auf: Der Günthersburgpark wird digital.

Dodo mag heute nicht. Eigentlich sollte er jetzt über die Wiese zuckeln und porentief saubermachen, gesteuert von sogenannter künstlicher Intelligenz. Aber Dodo bockt. Arbeitsproben liefert der smarte Roboter ab, jetzt halt mal schnell überredet von menschlicher Intelligenz, aber normal kann er viel mehr.

Die Vorführung am Donnerstagmorgen ist Teil einer Sauberkeitsoffensive: Der Günthersburgpark, grüne Oase des Nordends und Bornheims, wird zur Experimentierfläche der Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES). Dazu zählen etwa größere Müllbehälter, elf geplante Kippensäulen, in die Raucherinnen und Raucher bequem ihre Zigarettenstummel einwerfen können, und digitale Bewässerungssteuerung für die Bäume. Außerdem stehen an mehreren Stellen Schilder mit QR-Codes. Sie lassen sich mit dem Mobiltelefon scannen, um auf direktem Weg Lob oder Tadel loszuwerden. Zwischenbilanz: „Viel mehr Lob“, freut sich Claudia Gabriel, die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt.

Zu meckern gibt es trotzdem genug, vor allem, weil manche Leute im Park nicht in der Lage seien, ihren Müll in Behälter zu werfen, sagt Gabriel. Oft sind die aber auch voll, die Behälter. Das wird künftig digital der FES gemeldet. Auch wenn sie leer sind. Dann muss keiner kommen. Das spart Wege und Ressourcen.

„Die Reinigungsbranche ist nicht gerade Vorreiterin der Digitalisierung“, sagt der FES-Geschäftsführer Dirk Remmert durchaus selbstkritisch, „sie kommt aber jetzt mit Macht bei uns an.“ Spektakulär ist besonders der Plan einer beleuchteten Parkbank, mit Solarpanels unter der gepanzerten Sitzfläche. An dieser Bank lässt sich per Sonnenkraft das Handy aufladen und – aber nur über einen zusätzlichen Stromanschluss – auch der Akku fürs E-Bike. 3000 Euro (ohne E-Bike-Anschluss) koste die smarte Bank der Firma „iBench“, sagt Jochen Schmitz, Leiter des Innovationsmanagements bei der FES: „Sie ist im Bestellvorgang.“

Lösung fürs Klettergerüst

Die Bank könnte die Aufenthaltsqualität im Park erhöhen. Dort könnte übrigens auch bald die Qualität für Kinder wieder steigen. Am Rande der Veranstaltung schmieden die Ortsbeiräte und die FES Pläne, schon bald die entfernten Klettergerüste zu ersetzen. Wenn die Stadt kein Geld mehr hat, muss die Hilfe vor Ort organisiert werden. Näheres wollen die Stadtteilparlamente 3 und 4 in ihren nächsten Sitzungen ausbaldowern.

Die technischen Neuerungen auf dem Experimentierfeld Günthersburgpark vor der Tür der FES-Zentrale seien erst mal ein Test, sagt Jochen Schmitz. Besondere Aufmerksamkeit zieht am Donnerstag natürlich der fahrende Reinigungsroboter auf sich, den das Unternehmen Angsa Robotics aus Garching mitgebracht hat. Dodo wird er genannt, weil er die vierte Version des Prototyps ist (die erste fing mit A an) und quasi zur Familie gehört, wie Mitgründer Bilal Tariq sagt. „In der Grünflächenreinigung müssen andere Lösungen her, um die Böden zu schonen“, betont er. Und nicht nur die Böden. Der Algorithmus sei so gefüttert worden, dass Dodo auch Schnecken und Insekten in Ruhe lasse, wenn er Kippen und Kronkorken aufsauge, aber auch Scherben und Spritzen – „Dinge, die man nicht auf einer Wiese haben will“.

Dazu fährt Dodo in Bahnen die Wiese auf und ab, kann smart auf einem Bierdeckel wenden und nimmt in seinen bierkastengroßen Sammelbehälter etwa 8000 Kronkorken oder 19 000 Zigaretten auf. Er stoppt auch freundlicherweise ab, um Tariqs Kollegen nicht über den Haufen zu fahren.

Feine Sache, wenn’s funktioniert. Die FES will mehrere Roboter testen. Vielleicht treffen wir Dodo einst im Park wieder. Oder Erna. Oder Fifi.

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