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Greta Thunbergs Blick, wie ihn Dirk Baumanns auf Leinwand gebracht hat, lässt einen nicht mehr los. 

Frankfurt

Frankfurt: Ein Künstler nimmt sein Greta-Gemälde mit zur Klima-Demo

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Der politische Künstler Dirk Baumanns aus Frankfurt hat die Klimastreik-Ikone Greta Thunberg gemalt. Am Klimastreik-Freitag nimmt er das Gemälde mit zur Demo.

Wenn die Menschen am heutigen Freitag im Rahmen des Klimastreiks wieder durch Frankfurt ziehen, dann ist auch Greta Thunberg dabei. Zumindest auf Leinwand. Der Frankfurter Künstler Dirk Baumanns hat die Klima-Aktivistin im Stil der Mona Lisa gemalt. Und er wird das Gemälde mit seiner Freundin durch Frankfurt tragen. „Es ist für mich wichtig, Solidarität zu zeigen“, sagt der 39-Jährige, der sich schon seit rund zwanzig Jahren künstlerisch mit Umweltthemen auseinandersetzt, zu den aktuellen Klima-Demonstrationen.

Baumanns zeigt sich zufrieden und etwas aufgeregt darüber, dass sein Greta-Porträt, das er „Mona Greta“ nennt, „etwas Fesselndes“ hat. Tatsächlich fällt es schwer, den Blick von dem Bild abzuwenden. Beim letzten Klimastreik, als Baumanns das noch unfertige Gemälde mit sich herumtrug, haben „die Leute wie verrückt Bilder davon gemacht“, erinnert er sich.

Frankfurt: Künstler nimmt sein Greta-Gemälde mit zur Klima-Demo

Baumanns lebte eine Zeit lang in Offenbach und besuchte dort an der Hochschule für Gestaltung die Malerei-Klasse. Heute lebt er in Frankfurt und hat ein Atelier in der Wächtersbacher Straße: Dort schafft Baumanns teils mit Plastikplanen, mit denen er über die Ölfarbe streicht, seine kritische Kunst: Bilder vom Meer etwa, auf denen schemenhaft Umrisse einer Plastiktüte zu erkennen sind. Oder an Fossilien erinnernde Abdrücke von Plastikflaschen – eine Anspielung darauf, was wohl von der Menschheit bleiben wird.

Protest Die „Fridays for Future“rufen am heutigen Freitag wieder zu Klimaprotesten in Frankfurt auf. Ab 12 Uhr wollen die Aktivistinnen und Aktivisten sich am Zoo und an der Bockenheimer Warte und danach mit zwei Demonstrationen bis zur Zeil ziehen.

Auf der Zeilsoll es dann kreative Proteste und Blockaden geben. Was genau das heißt, ist noch offen. han

Als politischer Künstler, der auch krasse Performances im Repertoire hat – etwa das Übergießen mit Tierblut –, war Baumanns lange eher Außenseiter im Kunstbetrieb. Derzeit erfahren künstlerische Positionen wie die seine aber wohl etwas mehr Resonanz. Letztes Jahr hatte er sogar eine Ausstellung zum Thema Umwelt in China: In einer Galerie dort hatte er Ölfässer aufgestellt, verbunden mit einem Netz aus Plastikplanen – die Besucherinner und Besucher sollten sich darin verirren und verfangen.

Auch „Mona Greta“ ist durch und durch politisch: Wer genau hinschaut, erkennt statt der lieblichen Landschaften Leonardo da Vincis ein gekentertes Boot, Rettungswesten und Flüsse, deren grell-grüne Farbe an radioaktive Strahlung erinnert. Dass Greta Thunberg ihn beschäftigen wird, war Baumanns übrigens gleich klar, als sie 2018 in Erscheinung trat: „Ich habe mir sofort gedacht, dass ich sie malen muss.“

www.dirkbaumanns.com

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