Stadtplanung

Frankfurt: Kritik an Verfahren für das Römerhof-Areal

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Ortsgruppe des Bunds Deutscher Architekten dringt auf einen städtebaulichen Wettbewerb für das Neubaugebiet am Römerhof. Das bisherige Vorgehen der Stadt findet sie fragwürdig.

Die Frankfurter Gruppe des Bunds Deutscher Architekten (BDA) kritisiert das Vorgehen der Stadt bei der Planung des Quartiers am Römerhof, in dem in den kommenden Jahren mehr als 2000 Wohnungen entstehen soll. Dass es für solch ein großes wichtiges Areal keinen städtebaulichen Wettbewerb gegeben hat, nennt deren Vorsitzender, der Architekt Moritz Kölling, im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau fragwürdig. Der städtebauliche Entwurf für das zu Bockenheim gehörende Gebiet westlich der Hochhäuser des Europaviertels ist stattdessen in einem Workshop-Verfahren vom Deutschen Institut für Stadtbaukunst des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler und dem Stadtplanungsamt entwickelt worden.

Dass sich das Planungsdezernat für diesen Weg entschieden habe, sei unverständlich, sagt Kölling. Schon dass ein Institut statt einem Stadtplanungsbüro den Entwurf erarbeitet, findet er seltsam. Es sei zudem wichtig, dass mehrere Büros Lösungen entwickelten und verschiedene Varianten und Alternativen geprüft werden könnten. Kölling hält es daher immer noch für sinnvoll, ja nötig, einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal auszurichten, wie das die BDA-Gruppe bereits vor gut zwei Jahren gefordert hat. Das sei auch im Sinne der Transparenz und für die Bürgerbeteiligung wichtig, sagte er am Freitag. Bürger könnten dann unterschiedliche Entwürfe betrachten, darüber diskutieren, sich mit der Entscheidung eines Preisgerichts auseinandersetzen.

Auch die CDU-Fraktion nennt das Vorgehen der Stadt bei der Planung des Römerhofs „ungewöhnlich“. Explizite Kritik daran äußert sie aber nicht. Sie weist lediglich darauf hin, dass eine „hohe städtebauliche Qualität für dieses Wohngebiet“ zwingend sei und noch verschiedene kleinteilige Fragen beantwortet werden müssten, etwa zum Feldbahnmuseum, den bestehenden Gewerbebetrieben und den Kleingärten im Areal. „Deswegen ist es gut, wenn jetzt noch, wie von Stadtrat Josef angekündigt, Architektenwettbewerbe beginnen.“

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) verteidigt das Vorgehen gegen die Kritik des BDA auf Anfrage. Die Stadt dürfe sich auch mal herausnehmen, andere Wege zu probieren, sagte er am Freitag. Für das Römerhof-Areal habe man bewusst entschieden, dass das Institut für Stadtbaukunst sein Know-how über gründerzeitliche Quartiere einbringen solle. „Ich würde lieber über den Städtebau diskutieren als über den Prozess“, sagte Josef. Er sei mit dem gewählten Verfahren und dem nun vorgelegten Entwurf sehr zufrieden. Es gebe also keine Notwendigkeit, noch einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Zumal diese nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führten.

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