Stadtplanung

Frankfurt: Kritik an Planungen für Wohngebiet an der A5

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

CDU und Verein Brücke 71 kritisieren Entwürfe. Viele offene Fragen zu geplantem Quartier

Die CDU im Frankfurter Nordwesten kritisiert einmal mehr recht scharf das Vorgehen des städtischen Planungsdezernats zu einem neuen Wohngebiet an der A5.

„Mehr Ehrlichkeit und Realismus“ fordern die Mitglieder verschiedener Frankfurter Ortsbeiräte, die sich zur Arbeitsgemeinschaft (AG) A5 zusammengeschlossen haben. Die Stadt hatte Bürger aufgefordert, bis zum 3. Juni zu sieben Konzepten Meinungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Die Regionalversammlung habe die Idee bereits gekippt, westlich der Autobahn neu zu bauen, klagt nun die AG in ihrem öffentlichen Schreiben. Die Stadt möge sich darum auf die Flächen östlich davon konzentrieren. „Mit einer behutsamen Erweiterung ihrer Stadtteile können die Menschen in Praunheim, in der Nordweststadt und in Niederursel nämlich sehr viel besser leben“, teilt AG-Sprecher Thomas Rätzke mit.

Stattdessen präsentiere das Dezernat Vorschläge von sieben Architekturbüros für ein vollmundig „Stadtteil der Quartiere“ getauftes Projekt. Für Rätzke ist dies reine Augenwischerei. „Die vom Stadtparlament 2017 beschlossene Voruntersuchung, die feststellen soll, ob in diesem Gebiet überhaupt gebaut werden kann, ist noch nicht einmal fertig.“ Im Herbst 2021 sollen Ergebnisse vorliegen.

Auch der Beschluss der Regionalversammlung tauche in fast allen Präsentationen nicht auf. Munter griffen die Planer in Landschaftsschutzgebiete ein, ignorierten Kaltluftströme- und -entstehungsgebiete, Entwässerung und Trinkwasserschutzgebiete, Abstände zu Strom- und Gastrassen oder, wie die zusätzlichen 30 000 Einwohner sich fortbewegen werden.

Was verloren gehe, ist ein Naherholungsraum, der zudem mit die wertvollsten Böden habe, die es in Europa für die Landwirtschaft gebe, warnt die Arbeitsgemeinschaft.

Ähnlich äußert sich der Verein Brücke 71 aus der Nordweststadt. Die Vorgehensweise bei Planung und Bürgerbeteiligung sei schlicht „inakzeptabel“, moniert Vorsitzender Jan Goßmann. Die sieben Konzepte blieben die Antworten auf bereits bekannte Planungshindernisse schuldig.

Da wäre das fehlende Baurecht im Regionalen Flächennutzungsplan, der Fakt, dass die Fläche zum größten Teil im Wasserschutzgebiet Praunheim 2 liege. Auch Goßmann fürchtet um die frische Luft für die angrenzenden Stadtteile. Ungeklärt sei überdies, wie die vorgeschriebenen 400 Meter Abstand von der Hochspannungsleitung eingehalten werden sollten. Die Planer hätten den in allen Entwürfen um mehr als 50 Prozent reduziert. „Hier geht es um die Gesundheit zukünftiger Anwohner.“

Kurzum: „Das sieht nach einer Planung am grünen Tisch aus. Ortskenntnis und eine realistische Berücksichtigung der gegebenen Einschränkungen scheinen in allen Entwürfen zu fehlen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare