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Viele ehemalige Beschäftigte von Maredo sind ohne Arbeit. Gleichzeitig erhalten sie keinen Lohn, der ihnen noch zusteht.

Wirtschaft

Nach Kritik an Maredo wegen fehlender Löhne: Geschäftsführer äußert Verständnis

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Frankfurter Beschäftigte der insolventen Steakhouse-Kette Maredo beklagen nicht gezahlte Löhne. Jetzt hat sich der Geschäftsführer geäußert.

  • Steakhouse-Kette Maredo ist aufgrund der Corona*-Krise insolvent.
  • In Frankfurt sollen Löhne ausstehen.
  • Geschäftsführer nimmt Stellung

Update von Mittwoch, 13.05.2020, 19.47 Uhr: Der vorläufige Insolvenzverwalter der Steakhousekette Maredo, Nikolaos Antoniadis, hat am Mittwoch auf Anfrage der FR bestätigt, dass die Beschäftigen des Unternehmens, das unter anderem Restaurants an der Hauptwache und der Freßgass in Frankfurt betreibt, vom 1. bis zum 18. März kein Geld erhalten haben. 

Frankfurter Gewerkschaftsvertreter hatten zuvor auf nicht gezahlte Löhne bei dem insolventen Unternehmen hingewiesen. Seit 19. März erhielten die Beschäftigten Kurzarbeitergeld, heißt es in der Stellungnahme. Für den Zeitraum vom 1. bis zum 18. März sei dies nicht möglich gewesen, weil die Restaurants noch geöffnet gewesen seien und die Beschäftigten nachweislich ihre Arbeitsleistung erbracht hätten.

„Verständnis für den Unmut“ der Angestellten bei Maredo

Der Geschäftsführer und der vorläufige Insolvenzverwalter bedauerten außerordentlich, dass den Beschäftigten zum jetzigen Zeitpunkt keine Gehaltszahlung für diesen Zeitraum zugesichert werden könne, heißt es in der Stellungnahme von Antoniadis. Sie hätten Verständnis für den Unmut der Beschäftigten, heißt es weiter. 

Die getroffenen Entscheidungen seien aber der einzige Weg gewesen, um Maredo fortzuführen. „Wenn stattdessen für die Monate März, April und Mai Insolvenzgeld beantragt worden wäre, hätten zum 01.06.2020 alle Restaurants dauerhaft geschlossen werden müssen, und sämtliche Arbeitsplätze wären vernichtet gewesen“, heißt es in der Stellungnahme.

Kritik an Steakhouse-Kette Maredo wegen nicht gezahlter Löhne

Frankfurt - Frankfurter Mitarbeiter der insolventen Steakhousekette Maredo warten nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern seit Mitte März auf ihren Lohn. Zu diesem Zeitpunkt seien die Restaurants auf der Freßgass und an der Hauptwache mit zusammen 35 Beschäftigten wegen der Corona-Krise geschlossen worden. Seitdem würden die Beschäftigten vertröstet, sagt Peter-Martin Cox, Geschäftsführer für die Region Rhein-Main bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Einige ehemalige Angestellte von Maredo haben gar kein Geld erhalten

Tahir Mughal, Betriebsratsvorsitzender im Maredo an der Freßgass, berichtet, ihm seien für März nur 385 Euro überwiesen worden. Das sei ein Viertel des ihm zustehenden Gehalts von 1360 Euro netto. Sein Bruder, der im März in Urlaub gewesen sei, habe bis heute keinen Cent bekommen, sagt Mughal. Ohne Hilfe der Gewerkschaften stünden die Beschäftigten noch ohne Lebensunterhalt da, sagt Cox. Doch über den DGB sei es gelungen, dass das Jobcenter den Beschäftigten, die auf Anraten der NGG Arbeitslosengeld II beantragt hätten, dieses schnell bewilligt habe.

Insolvenzverwalter von Maredo hat sich noch nicht geäußert

Von den März-Löhnen werden die Beschäftigten nach Einschätzung von Cox nicht viel sehen. Diese müssten sie aus der Insolvenzmasse beantragen. Dabei erhielten die Beschäftigten jedoch oft nur einen Bruchteil des ihnen zustehenden Geldes. Der vorläufige Insolvenzverwalter von Maredo war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht zu erreichen. 

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