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Frankfurt: Kritik an verkürzten Öffnungszeiten für Museen

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Von: Sandra Busch

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Auch das Historische Museum verkürzt die Öffnungszeiten. M. Müller
Auch das Historische Museum verkürzt die Öffnungszeiten. M. Müller © Monika Müller

Um zu sparen, sollen die Museen ab April kürzer geöffnet sein. CDU und Linke sehen darin keinen Nutzen. Nur Schaden.

Die Stadt muss sparen, das führt zu ersten Einschnitten bei der Kultur: Die Öffnungszeiten der städtischen Museen werden eingeschränkt, Michael Müller, Fraktionschef der Linken im Römer, hält davon gar nichts. „Ich bin fassungslos, sagt er. Das sei ein Einschnitt in die Kulturlandschaft, der „nicht verhältnismäßig“ sei. „Es ist grundfalsch und ein komplettes Armutszeugnis für die Koalition.“

Das Dezernat Kultur und Wissenschaft erhält jährlich 172 Millionen Euro. Von 2023 bis 2025 soll die Summer auf 155 Millionen Euro sinken. Am Dienstag hatte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) verkündet, dass die Museen und das Institut für Stadtgeschichte ab April um neun Stunden pro Woche kürzer geöffnet sein werden. Damit sollen 750 000 Euro im Jahr gespart werden. „Das kam überraschend“, sagt Müller. Immerhin habe Kämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) kürzlich bei der Vorlegung des Haushaltsentwurfs Konsolidierungen erst für 2023 angekündigt. „Da werden jetzt Fakten geschaffen“, sagt Müller. Zwar werde derzeit von einer temporären Kürzung der Öffnungszeiten gesprochen „Ich gehe aber nicht davon aus, dass das zurückgenommen wird.“

Hartwig argumentierte, dass der Haushalt 2022 weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sei und damit auch weiterhin ein sparsamer Umgang mit den Haushaltsmitteln erforderlich sei. Müller fürchtet, dass das jetzt aber „eine Blaupause für andere Institutionen sein könnte. „Was kommt dann als nächstes? Hallenbäder? Bücherei?“ Der Druck auf andere Institutionen würde nun steigen. „Das ist der Anfang drastischer Kürzungsmaßnahmen.“

Traditionell sind die Museen montags geschlossen Ein weiterer gemeinsamer Schließtag ist für die städtischen Museen nicht festgelegt worden. Sie können darüber individuell bestimmen. Was die verkürzten Öffnungszeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museen bedeuten wird, will Müller geklärt sehen.. „Da gibt es eine soziale Komponente“, sagt er. „Aufsichts- und Kassenpersonal verdienen dann wohl weniger.“ Der Schaden bei einer Einsparung von 750 000 Euro sei ungleich höher als der Nutzen.

Das sieht die CDU auch so. Für sie steht ebenfalls die Kürzung „in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der dem Frankfurter Kulturbereich zugefügt wird“, sagt Christian Becker, der kulturpolitische Sprecher der Fraktion.. Vor allem für die Besucher:innen sei das „eine enttäuschende Nachricht“. Gerade der Kulturbereich, der in den vergangenen beiden Jahren durch die Auflagen der Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen habe erfahren müssen, „ist nun erneut Ziel einschneidender Restriktionen“.

Für Becker müssten an anderen Stellen Einsparungen vorgenommen werden, „um dem stark gebeutelten Kulturbereich die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen“.

Sein Vorschlag: „Die Kulturdezernentin verfügt über das mit Abstand größte Dezernatsbüro im Magistrat. Anscheinend sind Berater und Referenten wichtiger als die Museen und ihre Besucher.“ Dass es jetzt faktisch zu Museumsschließungen komme, hält Christian Becker jedenfalls „für schlichtweg untragbar“.

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