Kampagne

Sexistische Werbung

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Mit einer Frau im Dirndl und mit großen Ausschnitt wirbt die Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Frankfurts für Einbruchschutz in der dunklen Jahreszeit. Die Linke im Landtag hat bei Innenminister Peter Beuth eine Anfrage gestellt.

Eine Werbung der polizeilichen Beratungsstelle zum Thema Einbruchsschutz steht wegen des Sexismus-Vorwurfs in der Kritik. Auf dem Plakat, das am 1. Polizeirevier in der Frankfurter Innenstadt aufgehängt war, sieht man eine blonde Frau im Dirndl mit einem großen Ausschnitt. Darüber steht: „Machen Sie Ihre Wohnung Oktoberfest – die dunkle Jahreszeit hat begonnen.“

Wie die Linksfraktion Hessen in dieser Woche mitteilte, habe bereits Ende September das Bündnis Frauen*Streik Frankfurt auf ein sexistisches Plakat der Polizeilichen Beratungsstelle Frankfurt am Main hingewiesen. Die Linken stellten daraufhin eine kleine Anfrage bei Innenminister Peter Beuth (CDU).

Dieser antwortete auf die Frage, wer die entsprechende Kampagne verantworte: „Das ist kein offizielles Plakat der hessischen Polizei, sondern eine Eigenkreation der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Frankfurt.“ Das Plakat sei ein Unikat und bereits in den letzten drei Jahren jeweils von Mitte September bis Ende Oktober nur an diesem Ort aufgehängt worden. Auf die Frage, ob die Landesregierung die Einschätzung, die Werbebotschaft sei sexistisch, teile, antwortete Beuth: „Die Darstellung der mit einem Dirndl bekleideten Frau entstandene Eindruck einer sexistischen Werbebotschaft ist zu keinem Zeitpunkt durch die handelnden Polizeibediensteten beabsichtigt gewesen.“ Ziel der polizeilichen Beratungsstelle sei es, alle Bürgerinnen und Bürger auf die dunkle Jahreszeit und die damit verbundene erhöhte Einbruchsgefahr aufmerksam zu machen und das Beratungsangebot der Polizei aufzuzeigen.

Dazu sagt Christiane Böhm, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag: „Offensichtlich fehlt es den verantwortlichen Beamtinnen und Beamten an jeder Sensibilität, wie eine solche Außenwerbung wahrgenommen wird. Ich hoffe sehr, dass dieses Unikat in der Mottenkiste landet, wo es – genauso wie jede andere Form von Sexismus und Patriarchat – hingehört.“

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